Das Scheppersoulpunk-Duo Sleafords Mods haut „All that Glue“ raus. Das Doppelalbum erzählt vom Aufstieg der Band in ihren besten Songs.

Von Christian Werthschulte

Jason Williamson, Sänger der Sleaford Mods, sitzt auf der Rückbank eines Linienbusses, neben ihm sein Bandkollege Andrew Fearn. Er shoutet in die Kamera, erzählt von Hauseingängen, die nach Pisse stinken, von Hundescheiße am Turnschuh, billigem Frühstücksporrridge und der Langeweile mittelgroßer Industriestädte. „Tied up in Nottz“, gefangen in Nottingham, heißt dieser Song.

2014 beschrieb das Duo aus Nottingham damit eine Szenerie, die lange Zeit keine Rolle im britischen Pop spielte: die Ödnis des Arbeiterklassenalltags zwischen prekären Jobs und einem Lebensstandard, der immer weiter sank. Nur für die Sleaford Mods galt das nicht. Ab 2015 brauchten sie nicht mehr im Linienbus sitzen, fuhren im Tourvan und konnten fortan von ihrer Musik leben….

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© TAZ, Kultur, Musik, 16.5.2020

„Stilvoll schimpfen“ Eine Begegnung mit Jason Williamson, dem Sänger der „Sleaford Mods“, zum neuen Album „All That Glue“.

Von Juliane Liebert

Ein kleines Mädchen blickt neugierig in die Kamera, dann bewegt sich das Bild nach oben, ihr Vater schaut stirnrunzelnd aus dem Bildschirm. Er trägt einen Bademantel über einem schwarzen Shirt. „Ich wünsche Boris Johnson nur das Schlechteste“, sagt er.

Der Mann heißt Jason Williamson und ist der Sänger der Sleaford Mods, deren neues Album „All That Glue“ diesen Freitag erschienen ist. „All That Glue“ ist eine Retrospektive. Sage und schreibe 22 Tracks finden sich auf dem Album. Darunter von Fans seit Jahren geliebte „Perlen“ wie „Job Seeker“ und „Jolly Fucker“, die bisher teilweise nur illegal auf Youtube zu erstreamen waren. In der ersten Hälfte folgt Hit auf Hit. Scheppernde Drumcomputer und trockener E-Bass, weitgehend variationslos geloopt. Dazu wütender Sprechgesang. Musik, die allen und jedem den Mittelfinger zeigt.

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© Süddeutsche Zeitung, Kultur, 15.5.2020

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