Innerhalb von vier Wochen haben sich Deutschland und die gesamte Welt radikal verändert. Ein Epochenbruch, ein Paradigmenwechsel, eine Zäsur mit apokalyptischem Schockpotential.

Die coronische Krise ist ein Verhängniszusammenhang von mythischem Ausmaß; sie vereint mindestens staats- und arbeitsrechtliche, wirtschafts-, sozial – und individualpsychologische, rechtsphilosophische, mikro- und makro-ökonomische, gesundheitsethische und virologisch-mathematische Dimensionen.
Wir alle sind gleichermaßen und zugleich betroffen von ungeahnten Eingriffen in freiheitliche Grundrechte, von Massensterben, Lockdown, Shutdown, wirtschaftlichem Ruin und psychischem Stress. Die Kanzlerin spricht per Fernseher zur Nation, der Bundespräsident bittet, mahnt und dankt. Scheinbar regieren Virologen, und alle Bürger sind Zeugen eines gigantischen Sozialexperiments. Offene Fragen drängen sich auf, fertige Antworten gibt es nicht, jedes Räsonnieren über das hereingebrochene Jahrtausendereignis mäandert zwangsläufig.

Im Ausnahmemodus der zurückliegenden vier Wochen hat Christian Schüle seine Beobachtungen, Gedanken, Verwirrungen und Gefühle zu einer Meditation verdichtet. Er korrespondiert in der Isolationskammer seines Arbeitszimmers mit sich selbst, im Denkfluss unterbrochen von enblematischen Statements führender Politiker und Wissenschaftler, die schon jetzt Worte für die Ewigkeit sind. Entstanden ist ein philosophierender work-in-progress einer faszinierenden Verstörung.

 

© Bayern 2, Nachtstudio, 21.4.2020

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