Mal sang sie Jazz, mal Soul und räumte auch anderen musikalischen Einflüssen einen Platz ein. Sarah Jane Morris ist eine großartige Sängerin und brachte zum exklusiven Bremen-Zwei-Konzert die Gitarristen Tony Remy und Tim Cansfield mit. Für seinen Auftritt wurde das Trio vom Publikum gefeiert.

Musikalisch ein bunter Vogel

Sie ist ein bunter Vogel – im positivsten Sinne. Sängerin, Songwriterin Sarah Jane Morris lässt sich einfach nicht festlegen. Konsequent folgt die Engländerin ihrem künstlerischen Instinkt. Und genießt die stilistische Vielseitigkeit, auch wenn sich die Musikwelt schwer damit tut, sie einzuordnen. Dazu passt das aktuelle Projekt: eine herzerfüllte Hommage an den großen schottischen Songwriter John Martyn. „Sweet Little Mystery“ heißt das Album. Darauf covert sie Martyn-Klassiker wie „May You Never“, „Solid Air“ oder das wunderschöne Titel-Stück.

Die Interpretationen tragen ganz ihre Handschrift. Wichtigste Person an ihrer Seite ist der renommierte britische Jazz/Crossover-Gitarrist Tony Remy. Im Mittelpunkt steht allerdings der ausdrucksstarke Gesang der Britin. In ihrer dunklen, warmen Stimme verschmelzen Soul und Jazz. Mit all ihrer Erfahrung überführt sie die Stücke in ihre musikalische Welt, streift dabei auch mal Folk und Rock. Veröffentlicht hat Morris das Album auf ihrem eigenen Label Fallen Angel.

Frei und unabhängig

Seit Jahren ist die Frau entschieden unabhängig. Eine stattliche Reihe exzellenter Produktionen hat sie so realisiert. Und sich darin alle Freiheiten gegönnt, die sie braucht. Was Pop-Erfolg bedeuten kann, hatte die Frau mit der roten Lockenpracht in jungen Jahren erfahren. Ihre ersten Schritte als Profisängerin im London der achtziger Jahre waren geprägt von Extremen. Einerseits war sie Mitglied von Weltmusik-Bands, sang in politisch engagierten Jazz-Projekten und stand als personifizierte Janis Joplin auf der Schauspielbühne. Andererseits wurde sie Vokalistin der Communards an der Seite von Jimmy Somerville („Don‘t Leave Me This Way“).

Auf ihrem Solo-Debüt, veröffentlicht 1989, fand sich eine Version des Soul-Klassikers „Me And Mrs. Jones“, die zu ihrer Verblüffung als provokatives Statement gewertet wurde und entsprechend für Gesprächsstoff sorgte. Allen Konventionen zum Trotze beharrte Morris stets auf ihre verschiedenen stilistischen Vorlieben. Mal sang sie Jazz, mal Soul, mal räumte sie afrikanischen, mal lateinamerikanischen Einflüssen einen gebührenden Platz ein. Eine Frau mit einer Mission – und einem umwerfenden Talent als Vokalistin. © Text: Bremen 2, Sounds In Concert

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© Bremen 2, Sounds in Concert, 4.1.2020

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