„Santiago de Chile“ Schmelztiegel lateinamerikanischer Migrantenmusik

Chile gilt als eine der stabilsten Ökonomien Südamerikas. Dies ist einer der Gründe für die wachsende Zahl von Migranten aus Lateinamerika und der Karibik in den letzten 10 Jahren. Etwa 500.000 Einwohner, über 3 % der Bevölkerung Chiles, sind Ausländer, die sich insbesondere in Santiago und Antofagasta niedergelassen haben.

Von Wolfgang Hamm und Andreas Bodenhöfer

Man spricht von einer Süd-Süd-Migration. Das Straßenbild in diesen Städten hat sich erheblich verändert. Die Ideologie der chilenischen Oberschicht, dass Chile grundsätzlich „weiß“ sei und das Land eher zu Europa als zu Lateinamerika gehört, wirkt heute absurder denn je. Die Mehrheit der neuen Migranten stammt aus Peru, Kolumbien, Haiti und Venezuela, aber auch aus der Dominikanischen Republik, aus Bolivien, Ecuador, Argentinien und Uruguay. „Musik ist ein bevorzugter Bereich für interkulturelle Mischungen“, schreiben die Soziologen Marisol Facuse und Rodrigo Torres in ihrer Untersuchung über Migrantenmusik in Chile. Die gemeinsame spanische Sprache trägt dazu bei, dass musikalische Vermischungsprozesse schnell ablaufen. Nicht nur peruanische oder kolumbianische Migranten-Bands integrieren chilenische Musiker, auch junge chilenische Musikgruppen widmen sich heute der afrokolumbianischen oder afroperuanischen Musik.

 

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© SWR 2, MusikGlobal, 15.5.2018

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