„Wenn irgendetwas von mir überlebt, dann sind es meine Bücher. Ich sehe mich als Autor, nicht als ikonisches Individuum.“ Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Salman Rushdie

Er arbeitete im Theater, als Werbetexter oder als Journalist, bevor er sich mit seinen Büchern einen Namen machen konnte. Die Erstveröffentlichung seiner „Satanischen Verse“ im Jahr 1988 sorgte weltweit für politische Auseinandersetzungen. In ihnen hinterfragt der kaschmir-indische, muslimische Schriftsteller die Glaubwürdigkeit des Propheten Mohammeds und die Fundamente des Islams. Der iranische Ajatollah Ruhollah Chomeini verurteilte Rushdie zum Tode und brach die diplomatischen Beziehungen mit England, das Rushdie unter Polizeischutz nahm, ab.

1990 erschien die für sein eigenes Leben stehende Parabel „Harun und das Meer der Geschichten“, die Rushdie, der in Cambridge Geschichte studiert hatte, für seinen Sohn schrieb. Zwar wurde 1998 die Fatwa, also der über sein Leben entscheidende Rechtsakt, für ungültig erklärt, doch in endgültiger Sicherheit kann sich Rushdie bis heute nicht wissen.
2012 verfasste er seine Autobiografie „Joseph Anton“ – der Titel erinnert an den Namen, den Rushdie im Untergrund verwendete. 1992 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur und wurde 2007 trotz heftiger Proteste von der Queen zum Ritter geschlagen.

(c) Ö1, Im Gespräch, 30.7.2020 / (Erstausstrahlung am 21. November 2019)

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