Sie klappern mit Löffeln, Gläsern und Tellern, sie treffen sich zum gemeinsamen Singen und tauschen Neuigkeiten aus: Frauen in der Altstadt von Marrakesch sind oft besser zu hören als zu sehen.

Die Künstlerin Anna Raimondo hat eine Gruppe von ihnen im Alltag begleitet, Gespräche geführt und Geräusche aufgenommen. Besonders angetan hat es ihr die Sängerin Meriem Said, die einzige Frau auf dem berühmten Platz der Geschichtenerzähler Jema el Fnaa. In einem akustischen Stadtplan zieht Raimondo Parallelen zwischen dem verborgenen System von Wasserkanälen unter der Stadt und dem Einfluss von Frauen-Netzwerken auf das tägliche Leben. Ein Stück über die Hörbarkeit des Unsichtbaren.

Dank an das Austauschprogramm LE 18, organisiert von Francesca Masoero in Zusammenarbeit mit Dar Bellarj in Marrakesch.

Rythmes Invisibles ( Ursendung)
Von Anna Raimondo
Übersetzungen: Aida Bouissehak, Nourredine Ezarraf und Annika Erichsen
Mit: Eva Bay und Anna Raimondo
Tonaufnahmen: Jeanne Debarsy und Thomas Monnerjahn
Mischung: Bastien Hidalgo Ruiz
Sprachregie: Julia Gabel und Anna Raimondo
Regie: Anna Raimondo
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020 in Koproduktion mit dem Atelier de Création sonore et radiophonique, Brüssel, und Euphonia, Radio Grenouille, Marseille

Anna Raimondo wurde 1981 in Italien geboren. Sie studierte „Sound Arts“ am London College of Communications. Derzeit arbeitet sie an einer Dissertation über das Hören, Gender und urbane Geographien. Ihr Stück „Me, My English and All the languages of my life“ wurde mit dem Prix Palma Ars Acustica 2016 ausgezeichnet. Anna Raimondo lebt ihn Brüssel.

© Deutschlandfunk Kultur, Klangkunst, 28.8.2020

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