„Remainder“ Hörspiel über Realitätsverlust von Tom McCarthy

Ein Mann nimmt – verursacht durch etwas vom Himmel gefallenes – Schaden. Am Geiste vor allem. Aus Wahnsinn folgt im Hörspiel nach Tom McCarthy’s Kultroman Mord.

Was macht man mit einer Abfindung von 8 ½ Millionen? Und: Wie lässt sich ein Leben wieder ins Lot bringen, wenn einem die Selbstverständlichkeit des Daseins abhanden kommt? Beim Anblick eines Risses in einer fremden Badezimmerwand überkommt den Protagonisten in „Remainder“ von Tom McCarthy plötzlich ein immenses Glücksgefühl, das Gefühl lebendig zu sein: Er erinnert sich schlagartig an einen sehr ähnlichen Riss, um den herum es einmal einen Alltag gegeben hatte, eine Wohnung, einen Ausblick, Gerüche, Klänge. Fortan verwendet der namenlose Ich-Erzähler alles darauf, sich seinen Alltag zurückzuholen. Er kauft ein Haus, plant Abläufe und engagiert Statisten, um die aufsässige Wirklichkeit seinen Vorstellungen anzupassen: um jenes kurzen Kribbelns der Authentizität willen. Doch das Simulieren der Realität nimmt kein Ende. Ist das echt? Was bedeutet „echt“? Was Realität, was scheint nurmehr so?

https://mediandr-a.akamaihd.net/progressive/2020/1215/AU-20201215-1431-5700.mp3

„Remainder“ von Tom McCarthy

In der deutschen Übersetzung erschien der Roman unter dem Titel „8 ½ Millionen“.

Komposition: Andreas Bick
Übersetzung: Astrid Sommer
Bearbeitung und Regie: Hannah Georgi
Redaktion: Michael Becker
Produktion: NDR 2019 l 88 min.

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