Release Tipp: Walter Smetak – Smetak (1974) & Conjunto de Microtons – Interregno (1980) / Buh Records

Für die existierenden Original-Tonträger mit Smetaks Musik bezahlt man zwischen 100 und 500 Euro je nach Zustand. Daher ist es eine gute Nachricht, dass beide Alben nun in einer den heutigen Standards entsprechenden Vinyl-Luxusausgabe neu herausgebracht werden.

Zu den Wiederveröffentlichungen der Musik von Smetak hat Diedrich Diederichsen in der TAZ geschrieben.
Mir war er, wie vielen anderen, zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht bekannt. So werde ich in Teilen aus diesem Beitrag zitieren und dazu verlinken. Was kann ich den Ausführungen von Diederichsen noch hinzufügen?

Walter Smetak war ein Schweizer Komponist. Smetak, Sohn tschechischer Eltern, studierte am Konservatorium von Zürich, am Mozarteum in Salzburg und der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien u. a. bei Pablo Casals. Ab 1937 lebte er in Brasilien. ©Wiki

„Dann begann er seine merkwürdige Tätigkeit, dank deren er über seinen Tod hinaus als Pionier einer neuen Musik im Gedächtnis geblieben ist: Er baute Instrumente. Sonderbare Streichinstrumente mit zwei oder drei Saiten und Kalebassen als Resonanzkörper, zahllose Flöten aus Naturmaterialien, fantastisch bemalte Zithern, Apparate mit einem zentralen Schallkörper und vierundzwanzig Schläuchen zum kollektiven Hineinblasen. Zunehmend nahmen die Instrumente die Gestalt von autonomen Skulpuren an, die man irgendwie zum Klingen bringen konnte.“

Max Nyffeler
Die selbstgebauten Musikinstrumente von Walter Smetak in einer Ausstellung

„Was haben wir nicht im Leben an Grenzen niederreißenden Sonoklasmen, befreiten Soundkommunen und Experimentalexzessen zu Ohren bekommen! Doch waren dies immer Ereignisse der Entschlossenheit, der Euphorie, des Willens zur Macht.“

„Und wahrlich, Leute, es ist die seltsamste Musik des ­Planeten! Gar nicht so sehr, weil ihre Zutaten (selbst gebaute Instrumente, die einen Bezug zwischen rituell-magischen und musikalisch-mathematischen Handeln auslösen sollen, Mu­si­ke­r:In­nen aus Jazz, Pop und Neue Musik, die sich den Regeln eines inspirierten Sonderlings fügen) so ungewöhnlich sind, sondern die Haltung, die Attitüde.“

Diedrich Diederichsen / TAZ


Jetzt sind also diese Kostbarkeiten allen zugänglich und für Hörer mit offenen Ohren ist diese Musik eine Offenbarung. Es ist wirklich Musik aus einer scheinbar anderen Welt. So was Ungewöhnliches habe ich sehr lange nicht mehr gehört. Am zugänglichsten für das Eintauchen in diese Musikwelt ist „Interregno„. Unbedingt Zeit nehmen und anhören!

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