Der New Yorker Geigenvirtuose Mark Feldman solo. Ein Porträt des Künstlers jetzt. 26 Jahre nach seiner ersten Solo-CD folgt hier die zweite, aufgenommen 2020 in Brooklyn, NY. Das Album „Sounding Point“ enthält sechs eigene Kompositionen. Je eine Hommage an Sylvie Courvoisier und an Ornette Coleman. Colemans Stück „Peace Warriors“ ist eines von drei, bei denen Feldman gekonnt auch mit Overdubs arbeitet.

Der amerikanische Jazzkritiker Kevin Whitehead schreibt in den Liner Notes: „In den mehr als 30 Jahren, die ich dem Geiger Mark Feldman folge, gibt es keine mir bekannte Platte, die ihn besser darstellt als ‚Sounding Point‘.“

Photo: Dawid Laskowski

Er hat grosse Musik in Gruppen gemacht, aber das Solospiel gibt ihm ein Maximum an Freiheit und bringt den Reichtum seines Klangs, seine ausgeprägte persönliche Stimme und seine Sensibilität für Klangtextur und Tempo voll zur Geltung – alles im Dienste des musikalischen Geschichtenerzählens. Zum Beispiel das kürzeste Stück, das improvisierte ‚Rebound‘. Er beginnt mit einer einfachen Geste, bei der die Pferdehaare des Bogens leicht auf den Saiten hüpfen, eine Geste, zu der er nach szenischen Flügen periodisch zurückkehrt (und mit der er endet): hohe Töne und Triller, belebendes, eng beieinander liegendes Wehklagen auf benachbarten Saiten, ein perkussives Pizzicato, fallende Glissandi, geflüsterte Noten, kaum gestrichen … Ausgefallene Sachen. Doch diese Ausdehnungen und Zusammenziehungen und die kontrastierende Dynamik klingen so natürlich wie das Atmen.»

© Texte und Fotos: Intakt Records

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