„Gabriella Smart machte die Wiederholungen und die unzähligen plötzlichen Diskontinuitäten und Energieverschiebungen von Curran natürlich und spontan, fast mühelos. Ihre Darbietung reichte von Ruhe, Zerbrechlichkeit, Humor, Sentimentalität, sprühender Geschicklichkeit bis hin zu äußerster Wildheit, wobei sie das Klavier bei Bedarf in einen riesigen Resonanzraum verwandelte.“ Stephen Adams, Producer, ABC Classic FM

Gabrielle Smart

Meine Aufführung von Inner Cities umfasst elf der vierzehn existierenden Stücke. Alvin begann 1993 mit Nummer 1 und schreibt, soweit ich weiß, immer noch. In diesem Werk entfaltet sich die Erzählung über viereinhalb Stunden mit der gleichen viszeralen Intensität wie bei einer Reise durch eine Wüstenlandschaft, die sich in ihrer ganzen Schönheit und Brutalität offenbart. Inner Cities ist zuweilen kompromisslos brutal: In Nr. 10 zum Beispiel ist der Pianist angewiesen, so schnell und laut wie möglich zu improvisieren, am Rande der Unkontrollierbarkeit, was zur totalen Erschöpfung führt. Aber das Werk ist auch reich an zarten Klängen, bei denen ein Ton zu einem tiefen Übergang über eine sich sanft entfaltende Landschaft wird. Curran beschreibt jedes Stück als „ausgehend von einer einzigen Idee, einem Akkord oder einem zellulären Muster, das als eigene Quelle der Erzählung und Geschichte dient“. Die Stücke sind eine Reihe widersprüchlicher Etüden – Studien über Befreiung und Verbundenheit, kryptische Wege zum alten Brunnen auf dem Stadtplatz, aus dem alle künstlerische Weissagung und das Suchen nach Sinn im Dunkeln fließt… In Inner Cities werden einzelne Ideen in dem nachdenklichen, eindringlichen Tempo, das der zeitgenössischen Kultur so fremd ist, aufgelöst und wieder aufgegriffen. Die sich langsam entfaltende Schönheit des Augenblicks ist alles, was es gibt, wie eine Blume, die sich der Welt öffnet. Von Gabriella Smart (1991-, revidiert 2013)

„Diese Aufnahme fand im Jahr 2013 statt. Stephen Adams von ABC Classic FM war mutig genug, sich meiner anzunehmen und betonte, dass es keinen Spielraum für die Bearbeitung eines solch umfangreichen Werkes gibt. Hier haben Sie es also, das Rohmaterial, Live-Aufnahme von Inner Cities, aufgenommen im Studio 520 des ABC Adelaide
Studios. Zum Abschluß meiner nationalen Tournee desselben Werkes, mit dem Komponisten, der bei jeder Aufführung anwesend war; ein großes Privileg, und eines das nur sehr wenige Interpreten das Glück haben zu erleben.“ Gabriella Smart

Alvin Curran und Gabriella Smart

Wie schreibt sie selbst in den Linernotes:
„Es war die reine Freude, Inner Cities aufzunehmen, Musik, die ich lebte und atmete zwei Wochen lang in diesem Raum. Das Ergebnis ist ein Aufnahme, die Fremdgeräusche von Knarren und Verkehr enthält… aber sie ist roh und im Moment. Jede Note ist gelebt worden.“

Diese Musik an diesem Sonntag zu hören hat mich getroffen und bewegt wie lange nichts mehr davor. Sie passt so perfekt zu unserer jetzigen Zeit. Dabei muss man auch bedenken, dass Alvin Curran diesen Zyklus 1993 begonnen hat zu komponieren und immer noch daran schreibt. Es klingt verrückt, wenn ich das jetzt schreibe, aber es ist der Soundtrack zum jetzt, zu dem was gerade passiert und was noch lange nachklingen wird. Es ist die reine Freude diese Musik zu hören und angesichts der Spieldauer von fast 4 1/2 Stunden ist es auch eine physische Erfahrung. Es lohnt sich, sich darauf einzulassen.

released October 2, 2020

Tracks 1,2,4,5,6,7,8,9,10,11 recorded on 11th December 2013 in Studio 520, ABC Collinswood studios, Adelaide
Producer: Kat McGuffie
Recording engineer: Tom Henry.

Track 3 recorded by James Curry in Gabriella Smart’s studio on 9th November 2019

Cover photograph from series IRWIN HOTEL by Rick Martin.

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