Release Tipp: David Fenech & Klimperei – Rainbow de Nuit / Marionette 15

Ohne irgendeine Kenntnis von Französisch dachte ich bei diesem Titel, an einen Regenbogen in einer Schale. Nuit-Nuss-Schale, nun ja. Das stimmte nicht so ganz. Aber das Bild einer Schale, die gefüllt ist mit lauter kurzen Musiken, Kinderstimmen und allerlei skurrilen Musikinstrumenten, gefällt mir einfach.

Einige werden David Fenech aus seiner Zusammenarbeit mit Jac Berrocal kennen, mit dem er in den letzten Jahren mehrere Projekte veröffentlicht hat. Zu den weiteren Musikern, mit denen er gespielt hat, gehören neben Ghédalia Tazartès (welcher dieses Jahr verstorben ist), auch Nurse With Wound, Felix Kubin, Jad Fair, Tom Cora, Rhys Chatham, Pascal Comelade usw.
Seine ersten Erfahrungen sammelte er in einer Punkband, die im Stile von Pere Ubu und The Ex gespielt haben.
Über Christophe Petchanatz alias Klimperei konnte ich kaum Informationen finden. Unter Klimperei gibt es ein Label
mit vielen Veröffentlichungen, das ich Euch wärmstens empfehlen kann. Mit David Fenech verbindet ihn eine lange musikalische Freundschaft.



Video Clip by Benoît Guillaume

Die Musik zum Regenbogen der Nacht ist im Austausch der Ideen und Musikstücke entstanden, die sie sich gegenseitig über eine lange Zeit zugeschickt haben. Eine Methode, die sich bei vielen anderen Musikern in der Vergangenheit als Tragfähig erwiesen hat. Die Palette der Instrumente ist so farbenprächtig wie die entstandene Musik.
Das Miteinander der Spielzeuginstrumente mit den heutigen elektronischen Möglichkeiten ist vollkommen organisch.
Am Schlagzeug und Percussion hat bei einigen Titeln Denis Tagu mitgespielt.

Für die entstandene Musik habe ich dieses Bild eines Jahrmarktes. Von überall dringen die Klänge der verschiedenen Orte zu uns. Und mit unserem Weg verändern sich diese und es werden kurze Melodien hörbar, bis sie sich zu anderen verschieben, welche dann wiederum von anderen Klängen überlagert werden. Wir hören kurze Lieder, Anleihen bei den Residents (sind für mich) unüberhörbar. Und bei Titel 8: „Un Cercueil à Deux Places“ spielt David im Stil von Snakefinger. Großartig wie ich finde.

Das Ganze ist natürlich nichts gegen die Kinderstimmen. Diesen kurzen Musiken haftet ein Zauber an, der für mich eine Tür zu den Residents geöffnet hat, wofür ich sehr dankbar bin. Und so hört bestimmt der eine oder andere ganz andere Anleihen oder musikalische Verwandtschaften heraus, die ihm wiederum eine Tür öffnen.
Da wäre ja noch Pascal Comelade 😉
Bleiben wir bei dem Bild einer Schale, die für mich voll mit Erinnerungen gefüllt ist. Eine wunderbare Angelegenheit, so zu hören und zu entdecken. Ein bezauberndes Projekt, was ich bestimmt noch öfters hören werde, sind doch ganz einprägsame und einladende Melodien dabei.

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