Live im Studio mit Karl Lippegaus

“Der Jazz ist eine komplexe Sprache, mit seiner Grammatik, seinem Vokabular und seinen Codes. Ihn zu erlernen und gut zu spielen ist nicht jedem gegeben. Er ist eine Chemie, eine exakte Physik. Die Dosierung der Bestandteile ist zu respektieren, sonst explodiert er. Das Problem umfahrend, indem man eine Lösung sucht, die wie es scheint, aber nur auf den ersten Blick „einfacher“ ist, und die es erlaubt, den Pflichtweg über das Erlernen zum umgehen – sie verführt viele Musiker. Nicht immer sind es die besten…”

(aus: Aldo Romano, Ne Joue Pas Fort – Joue Loin. Autobiographie, 2015. Édition Équateurs)

Die erste auf fünf Stunden verlängerte Radionacht Jazz im Deutschlandfunk richtet den Fokus auf die Vielfalt des Jazz samt der musiques improvisées bzw. musiques actuelles in Frankreich. Karl Lippegaus hat über Jahre Stimmen und Töne gesammelt. Diese Jazznacht beginnt nicht bei Django Reinhardt, sondern stellt vor allem Musik aus den letzten Jahren vor – vieles was von kleinen unabhängigen Plattenlabels kommt. Bis hinein in die unmittelbare Gegenwart mit den neuen Alben des Orchestre National de Jazz (“EuropaBerlin”), von Alexandra Grimal, Killing Spree, Guillaume Perret & The Electric Epic, Marcel et Solange, Mathieu Donarier Trio, Metismatic, Thomas de Pourquery & Supersonic play Sun Ra und vielen anderen. Ein besonderes Kapitel räumt Lippegaus den unlängst erschienenen höchst lesenswerten Memoiren des Drummers und Komponisten Aldo Romano ein, aus denen er ausgewählte Passagen übersetzt hat. Vor allem Romanos Erinnerungen an seine Anfänge in den 1960er Jahren erlauben wertvolle Einblicke in eine noch weitgehend unerforschte Ära des europäischen Jazz aus einer sehr persönlichen Perspektive.

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