Er galt als ewiger Komplize des Gitarristen Pat Metheny und schien bloß zuständig für das Soundbett, aus dem sich der Meister erheben konnte. Dabei war seine Rolle eigentlich viel größer.

Von Andrian Kreye

Streng genommen hat der Keyboarder und Komponist Lyle Mays seine Karriere im Jazz als „plus one“ des Gitarristen Pat Metheny verbracht. Mays war die „Group“ der Pat Metheny Group, der ewige Dienstleister im Maschinenpark der Keyboards. Nur bei den Kompositionen stand er an erster Stelle. Aus alphabetischen Gründen.

Dabei war seine Rolle viel größer. Lyle Mays war für den Feenstaub in Methenys Musik zuständig. Er konstruierte die silbrigen Klangbilder und süßen Harmonien, auf denen der Gitarrist abheben konnte. Was die beiden geschaffen hatten, war ein neues Rhythmusgefühl im Jazz einzuführen, das Tausende kopierten. Es waren nicht mehr der Swing und der Groove, der ihre Musik beseelte, sondern ein Schweben, das Gitarre und Keyboards im Wechselspiel erzeugten.

Nach dem Studium in Texas heuerte Mays erst bei der Woody Herman Big Band an. 1974 fand er in Metheny seinen Bruder im Geiste, mit dem er elf Grammys gewann und den David-Bowie-Hite „This Is Not America“ schrieb. Er spielte später für Joni Mitchell und Rickie Lee Jones, schrieb für Film und Hörspiel. Am Dienstag ist Lyle Mays nach langer Krankheit gestorben. Er wurde 66 Jahre alt. © Süddeutsche Zeitung, 11.2.2020

Pat Metheny said: “Lyle was one of the greatest musicians I have ever known. Across more than 30 years, every moment we shared in music was special. From the first notes we played together, we had an immediate bond. His broad intelligence and musical wisdom informed every aspect of who he was in every way. I will miss him with all my heart.”

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