Studio Elektronische Musik mit einem Schwerpunkt zur elektroakustischen Musik in Großbritannien. Der erste Teil der Sendung portraitiert Daphne Oram – eine außergewöhnliche Frau, die sich für die Demokratisierung der elektronischen Musik stark machte, und nebst ihrer Arbeit als Komponistin auch neuartige musikalische Geräte entwarf.

Daphne Oram – geboren 1925 – setze sich mit Vehemenz und Ausdauer für die elektronische Musik ein: Die Gründung des BBC Radiophonic Workshops in London 1957 war ihr zu verdanken. Kaum gegründet verließ sie die junge Institution und machte sich selbständig. Sie war nicht nur Komponistin, sondern auch Tontechnikerin und hatte bereits seit ihrer Kindheit einen Traum: Sie wollte eine Maschine bauen, die graphische Vorlagen in Musik verwandelt. Mit ihrer in den 60er Jahren entwickelten Oramics-Maschine gelang ihr auch das. Auf Filmrollen gemalte Parameterverläufe wurden von einem graphischen Interface eingelesen und steuerten auf diese Weise die elektronische Klangsynthese. Wäre diese Maschine zur Serienreife entwickelt worden, hätten auch Amateure und Kinder Musik machen können, ohne die Notenschrift erlernen zu müssen.

Mit Ausschnitten aus:

Daphne Oram: 
Listen, Move and Dance
In a Jazz Style
Amphitryon 38
Private Dreams and Public Nightmares
The Innocents
Snow
Melodic Group Shapes 1 & 2
ascending and descending
sequences 5-7
Encephalagraph
Rhythmic Variation II
Bird of Parallax
Oramics Demonstration
Speechtext
Four Aspects

Der zweite Teil der Sendung Studio Elektronische Musik widmet sich dem 1946 in Neuseeland geborenen Komponisten Denis Smalley. Obwohl Smalley nur eine einjährige Ausbildung in elektroakustischer Musik in Paris absolvierte, war er es, der die akusmatische Tradition Frankreichs auch in Großbritannien heimisch machte, wo er seit den frühen 70er Jahren lebt.

Denis Smalley hatte bereits als 20-Jährigiger sein Orgelstudium abgeschlossen, und kurz darauf auch das Kompositionsstudium. In Paris besuchte er parallel zur Kompositionsklasse von Olivier Messiaen einen Ausbildungskurs bei der GRM – der Group de Recherches Musicales. Dieser Kurs, den Smalley erst 1971 bei seiner Ankunft in Paris entdeckte, wurde für ihn bald wichtiger als die Stunden bei Messiaen. Und GRM prägte sein weiteres Schaffen so stark, dass seine offizielle Werkliste keine Werke vor 1973 enthält.
In Paris blieb Smalley jedoch nicht all zu lang: Die GRM-Ausbildung absolvierte er in einem statt der vorge schriebenen zwei Jahre. Kurz darauf ging er nach England und promovierte dort an der University of York. 1994 erhielt er schließlich eine Professur an der City University in London, und wurde so zu dem akusmatischen Lehrmeister Großbritanniens.

Mit Ausschnitten aus:

Denis Smalley:
Pentes

Karlheinz Stockhausen:
Kontakte

Luc Ferrari:
Presque Rien

Denis Smalley:
Empty Vessels
Clarinet Threads
Base Metal
Debussy (unveröffentlichter Mix)
Fabrezan Prelude, Regen (unveröffentlichter Mix)

Moderation: Reinhold Friedl
Redaktion: Frank Hilberg

© WDR 3, Open Sounds: Studio Elektronische Musik, 10.11.2016

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