Versteht man unter Popliteratur diejenige Literatur, die irgendwie mit Jugend und jungen Leuten zu tun hat, so finden wir das Urbild vielleicht schon im Jahr 1774.

Von Thomas Palzer

Da veröffentlichte Goethe seinen Bestseller Die Leiden des jungen Werthers. Seitdem ist viel passiert – von der Beat Generation bis zu Christian Kracht; von Jack Kerouac bis zu Null, einem längst vergessenen Webliteraturprojekt von Thomas Hettche; von Schimmernder Dunst über Coby County von Leif Randt bis zu Johann Holtrop von Rainald Goetz. Rolf Dieter Brinkmann, Ralf-Rainer Rygulla und Hubert Fichte zählen zur ersten Popliteratur-Fraktion – Fichte und Brinkmann sind tot. Viele Vertreter der zweiten Popliteratur-Generation haben inzwischen die Sechzig erreicht oder werden es demnächst: Thomas Meinecke, Andreas Neumeister, Rainald Goetz und andere. Wir stellen die Frage: Wie geht es weiter? Ist Popliteratur jetzt etwas, das irgendwie mit Alter zu tun hat? Wie pop ist noch die deutsche Literatur? Oder war das ganze nur ein Spuk?

 

„Wenn wir Pop und Zeitgenossenschaft zusammen denken, tun wir das spätestens seit Mitte der Sechziger Jahre und spätestens seit Andy Warhol. Was hat er gemacht? Er hat sich schlicht und einfach, aber sehr radikal, für das interessiert, was jetzt in der Gegenwart passiert und hat das aufgezeichnet. Mitgeschrieben, mitgeschnitten, auf Band aufgezeichnet, transkribiert, und diese radikale Ausrichtung auf Gegenwart, auf das, was jetzt passiert, ist vielleicht vor allem deshalb radikal, weil sie immer schon davon ausgeht und weiß, dass auf ein Jetzt ein Nächstes folgt.“

Eckhard Schumacher, Literaturwissenschaftler

 

Wie pop ist noch deutsche Literatur?

Von Thomas Palzer
Mit Katja Amberger, Anna Greiter, Johannes Hitzelberger, Franz Pätzold, Thomas Palzer
Regie: Thomas Palzer
BR 2016, 54’31

 

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