Nach hören ..
Von Lydia Heller und Andreas Hartmann

Mitten in der umfassenden Digitalisierung der Welt haben Vinyl-Platten, Kassetten und Polaroidkameras plötzlich wieder Konjunktur. Was steckt dahinter? Bloße Nostalgie?

 

Ein Wohnzimmer. Überall Schallplatten.

„Ich hab´s mal überschlagen – ich glaub, so ..10.000?“

In Regalen. Auf dem Fußboden. In jedem Zimmer. Sogar in der Küche.

„Ach so – draußen geht’s weiter! Oh! Hier ist so altes Zeugs, Jazz, Soul, HipHop, Elektronik…“

Andreas und Jörn – Plattensammler besucht Plattensammler. Berlin, im Oktober 2016.

„…interessant, das ist ja zum Teil neu, auch Re-Issues.. Oh! Dann hören wir mal schön die Green.“

„Wie das kennst Du, ja?“

„Ja, das ist super!..“

Plattenstapel durchblättern. Das Knistern des Vinyls, bevor die Musik beginnt. Geräusche aus den 1960er- und 70er-Jahren – vielleicht noch aus den frühen 80ern. Danach beginnt der Siegeszug der CDs. Plattenspieler werden eingemottet, Platten landen auf dem Flohmarkt. Endlich nicht mehr ärgern über Knacksen und Nebengeräusche! Wer um die Jahrtausendwende noch Platten hört, ist entweder alt oder schrullig oder beides.

Auferstehung eines totgeglaubten Mediums

Seit rund fünf Jahren allerdings erlebt Vinyl ein erstaunliches Comeback. Plattenläden kehren in die Städte zurück. Filme, Zeitschriften und Bücher feiern die Auferstehung des totgeglaubten Mediums.

© Deutschlandradio Kultur, 26.10.2016

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.