„Man warf mir den Mantel über den Kopf und band ihn am Hals mit einer Schnur zusammen … Zuerst habe ich die Finsternis im Zimmer für die Nacht gehalten … Wenn man mich getreten hat, habe ich versucht, die Marke an der Schuhsohle zu lesen.“

 

Das ist die äußere Situation in Peter Handkes erstem Hörspiel „Hörspiel“: Ein Mann ist überwältigt worden, die Gewalttäter unterwerfen ihn einem brutalen Verhör, bei dem Sprache selbst in Folterung umschlägt. Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für das Hörspiel formuliert Handke Scheindialoge, die zu keiner Verständigung führen. Wie alle seine frühen dramatischen Arbeiten ist auch „Hörspiel“ ein Lehrstück von der Sprache.

 

„Hörspiel“ Von Peter Handke

Regie: Heinz von Cramer
Mit Franz Kutschera, Peter Striebeck, Rudi Schmidt, Heiner Schmidt, Gisela Trowe, Ina Peters, Horst Michael Neutze

Produktion: WDR/HR 1968

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 17.4.2018

 

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