„Otium“ ist Wests einziges Schrift-Buch. Es erschien 1995 und enthält Gedankensplitter, Gesprächstranskriptionen mit befreundeten Künstlern und Texte in Gedichtform.

„Ich will nicht sagen, dass ich jetzt ein Buch ‚haue‘, aber ich bin ein Buchautor, das klingt ja so ähnlich wie Bildhauer.“ Franz West

Franz West nahm hierfür Ideen und Gedanken auf Band auf und ließ diese dann von einer schwedischen Musikstudentin mit der Schreibmaschine transkribieren. Bei der Textübertragung kam es mitunter zu „kreativen Missverständnissen“. Die von West vorgenommenen Korrekturen erschufen neue Textkonstellationen, die er passagenweise mit Tipp-Ex abdeckte oder handschriftlich überarbeitete, um das Gewicht, weg von den Worten, auf die Buchstaben und die Erhaltung der bildnerischen Dimension zu legen.

Das Hörstück bedient sich dieses Materials für eine eigenständige Collage, die Wests künstlerisches Selbstverständnis, die Funktion des Kunstliedes von Beethoven, Wagner und Mahler für sein Oeuvre und nicht zuletzt sein ironisches Verhältnis zum Kunstmarkt spiegelt.

 

„Otium“ Hörspiel nach dem gleichnamigen Künstlerbuch von Franz West

Stimmen: Oliver Augst, Rüdiger Carl, Heimo Zobernig
Akkordeon Solo: Rüdiger Carl
Electronics: Oliver Augst
Komposition: Oliver Augst / Rüdiger Carl
Bearbeitung und Realisation: Oliver Augst
(Autorenproduktion für ORF 2017)
© SWR 2, Hörspiel, 14.12.2017

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.