Ostdeutsche Leben (2/4) „Liebe in Zeiten der Schichtarbeit“ Von Marcel Raabe und Manuel Waltz

Die Entrümpelung eines lange leer stehenden Hauses in einem früheren Leipziger Arbeiterviertel fördert ein unscheinbares Notizheftchen zutage. Es ist randvoll gekritzelt mit Liebesschwüren, Kochrezepten und vergeblichen Verabredungsversuchen. Wer hat das geschrieben und warum?

Etwa ein Jahr lang, 1988/89, versucht ein junges Paar – werdende Eltern – über das Heft nicht nur Kontakt zu halten, sondern im asynchronen Takt der Schichtarbeit eine Beziehung zu führen.
Oft finden die Liebenden einander nur schlafend vor.

Bald danach rauscht die Geschichte über den Stadtteil hinweg: Mauerfall, Kollaps der Industrie, Wegzug der Arbeiter, kurz ein bisschen Anarchie auf den Trümmern der DDR. 30 Jahre später gilt der Leipziger Westen immer noch als Paradies für Lebenskünstler, obwohl auch hier die Mieten in die Höhe schießen.

Während sich die Autoren fragen, wie sie mit dem Notizheft umgehen sollen – ob eine Veröffentlichung ein unzulässig intimer Einblick in das Privatleben zweier Unbekannter oder ein Zeitdokument ist – kommt ihnen ein Zufall zu Hilfe: Der erwachsene Sohn des Paares taucht auf, und damit auch seine Mutter.

Liebe in Zeiten der Schichtarbeit
Von Marcel Raabe und Manuel Waltz

Regie: Matthias Kapohl
Es sprachen: Aischa Lina Löbbert, Gustav Schmidt und Sören Wunderlich
Ton und Technik: Hendrik Manook und Oliver Dannert
Redaktion: Ulrike Bajohr

Produktion: Dlf 2019

Manuskript PDF

© Deutschlandfunk, Feature, 24.5.2019

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