OPEN SOUNDS: „Szene Ukraine“ Elektroakustische Musik von 1964 bis Heute // Aktualisiert

 

Die Geschichte der Avantgardemusik in Osteuropa ist voller Brüche und Leerstellen. Im 20. Jahrhundert stieß der Wunsch nach künstlerischem Eigensinn hier immer wieder auf Blockaden, Zensur oder Verbot. Erst mit der Auflösung der Sowjetunion konnte sich der Geist des schöpferischen Fortschritts entfalten.

Mit Leonie Reineke

Mitte der 1960er Jahre – etwa eine Dekade nach Stalins Tod – formierte sich eine junge Szene kreativer sowjetischer Komponisten. Aber dennoch galten sie als kulturelle Außenseiter in einer zutiefst konservativen Gesellschaft.
Erst 1997 konnte an der „Nationalen Musikakademie Peter Tschaikowski“ in Kiew das erste Studio für elektroakustische Musik in der Ukraine ins Leben gerufen werden. Die 1966 geborene Komponistin Alla Zagaykevych und ihre Kollegen entwickelten dort ein umfangreiches Lehrangebot. Was mit Kursen für „Klangsynthese“, „Komponieren mit dem Computer“ und „Musiktechnologie“ begonnen hatte, ist heute ein anerkanntes Zentrum und Szenetreffpunkt für Nachwuchskomponisten. Regelmäßig finden hier Konzerte mit elektronischer komponierter und improvisierter Musik statt.
Ukrainische elektroakustische Musik von 1964 bis heute – ein Projekt, das den Blick ebenso auf die Geschichte des Landes wie auf die unmittelbare Gegenwart richtet.

Mit Musik von: Vitaly Godziatsky, Swiatoslav Krutykov, Igor Stetsyuk, Alexander Nesterov, Alla Zagaykevych, Maxym Abakumov, Sviatoslav Lunyov, Maxim Shalygin, Oleksandr Chorny, Boris Jakopovic, Olesya Hals, Marina Fridman, Sergeii Leontiev, Anna Arkushina, Anton Stuck, Katia Olenych, Oleksandr Nesterov, Ujif_Notfound, Oleksii Retinskyi, Valia Shypulina.

 

© WDR 3, Open Sounds, 6.1.2018

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