Heute drehen sich die WDR 3 Open Sounds um die „Logos Foundation“, in Gent. Dort übernehmen die Instrumente höchstselbst, das musikalische Feld. Hier geht der Musiker nicht auf die Bühne, sondern von der Bühne, wenn das Konzert losgeht.

Von Leonie Reineke

Studios der Welt [50]: Logos Foundation, Gent Hier geht der Musiker nicht auf die Bühne, sondern von der Bühne, wenn das Konzert losgeht: Gottfried-Willem Raes macht eine kurze Ansage, verschwindet in einer Ecke und startet sein Computerprogramm. Unmittelbar darauf beginnt ein großes Instrumentalensemble zu spielen – nur, dass sich hinter den Klangerzeugern keine Musiker befinden. Die zahllosen Tasten-, Perkussions- und Blasinstrumente spielen von allein. Sie alle sind Mitglieder des sogenannten „Robotorkest“; ein Orchester, das sich ausschließlich aus selbstspielenden Instrumenten zusammensetzt. Seine Werkstatt, das Instrumentenlager und ein angeschlossener Konzertsaal befinden sich auf einem 1600 Quadratmeter großen Areal in Gent. Seit 1968 existiert dort die von Raes gegründete „Logos Foundation“ – eine Organisation zur Entwicklung und Förderung von experimenteller Musik und medialen Künsten.

Die Architektur der tetraederförmigen Räumlichkeiten hat ebenfalls Raes entworfen und gebaut. Ohne einen einzigen rechten Winkel erlaubt der Ort eine optimale Akustik. Bis heute finden hier regelmäßig Konzerte statt, in denen die Musikroboter und andere technologische Neuschöpfungen zum Einsatz kommen.

 

 

Mit Musik von:

Gottfried-Willem Raes, Kristof Lauwers, Moniek Darge, Kris De Baerdemacker, Hans Roels, Pierre Boulez, Joachim Brackx, Xavier Verhelst, Erik Satie, Sebastian Bradt und Barbara Buchowiek.

© WDR 3, Open Sounds: Studio Elektronische Musik, 19.10.2019

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