Wenn Technik eine Männerdomäne ist, ist dann auch Elektronische Musik eine Männerdomäne? Und wer sagt überhaupt, Technik sei nichts für Frauen? Fest steht jedenfalls: Bis heute bilden Frauen im Bereich der elektroakustischen Komposition eine Minderheit.

Mit Leonie Reineke

Die Gründe dafür sind vielschichtig und nicht allein dem hierarchisierten akademischen Musikbetrieb zuzuschreiben. Schon im 20. Jahrhundert galten Synthesizer-Pionierinnen wie Éliane Radigue, Delia Derbyshire, Daphne Oram oder Else Marie Pade als Ausnahmeerscheinungen. Heute werden sie gerne als solche verherrlicht. Viele Komponistinnen griffen und greifen bei der Arbeit mit Klangsynthese auf die Unterstützung männlicher Kollegen zurück. Und im gegenwärtigen Musikleben bewegen sich junge Elektronikerinnen wie Julia Mihály oder Marta Zapparoli noch immer in einem stark männlich dominierten Feld. Dennoch lassen sich Veränderungen beobachten: Feministische Netzwerke wie „female:pressure“ oder auch die zunehmende do-it-yourself-Kultur in der zeitgenössischen Musik fördern den autonomen Zugriff von Frauen auf Technik und Technologie. Doch verbessert sich die Lage tatsächlich?

© WDR 3, Open Sounds, 27.10.2018

Mit Musik von:

Unsuk Chin

Phantom Chips

Delia Derbyshire

Electric Indigo

Farahnaz Hatam

Christina Kubisch

Julia Mihály

Daphne Oram

Else Marie Pade

Younghi Pagh-Paan

Éliane Radique

Lucy Railton

Elisabeth Schimana

Marta Zapparoli

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.