Eine kaleidoskopische Werkschau zum 90. Geburtstag von Ennio Morricone, dem weltberühmten römischen Filmmusik-Komponisten. Es gibt kaum einen Stil vom Barock bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, den der Maestro nicht perfekt beherrscht oder grandios adaptiert hätte.

Eine Sendung von Olaf Karnik

Klassik, Schlager, Folklore, Jazz, Beat, Bossa Nova und Samba, elektronische Musik, Soul, psychedelische Rockmusik, Neue Musik, Folk, freie Improvisation, Disco, World Music – dabei standen ihm großartige Musiker zur Seite: Etwa der Gitarrist Alessandro Alessandroni mit seinem Chor I Cantori Moderni, die Vokalistin Edda Dell’Orso oder Franco de Gemini, dem Morricones berühmtester Soundtrack „Spiel mir das Lied vom Tod“ von 1968 die markante Mundharmonika verdankt. Vom Italo-Western über den Giallo und Polizeifilm bis zur Western-Komödie und zum Gesellschaftsdrama hat Morricone in seiner besten Zeit von Mitte der 60er bis Ende der 80er Jahre als Komponist und Arrangeur die musikalische Sprache ganzer Filmgenres in Europa definiert. Und der amerikanische Regisseur und Morricone-Fan Quentin Tarantino recyclete Stücke aus Morricone-Soundtracks so lange für seine eigenen Filme, bis er den Maestro 2015 schließlich als Komponist für „The Hateful Eight“ gewinnen konnte.

Die meisten der über 500 Soundtracks, die Morricone seit 1960 für Spielfilme aller Art, Dokumentationen und Fernsehproduktionen komponiert hat, sind heute auf Tonträgern erhältlich. Hier offenbart sich die Qualität der Musik in Gänze: sie ist so spannend arrangiert, originell und eigenständig, dass sie auch unabhängig von den Filmen, für die sie produziert wurde, funktioniert. Mögen die meisten dieser Filme auch längst vergessen sein, Morricones Musik lebt weiter. Ein Streifzug durch das breitgefächerte Oeuvre Ennio Morricones.

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© WDR 3, Open Sounds, 10.11.2018

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