Bernd Alois Zimmermann hatte extensive Erfahrungen mit allen musikalischen Formen des Radios: seit den frühen 1950er Jahren arrangierte er stapelweise populäre Musik und „leichte Klassik“, komponierte Musik für Hörspiel, Schulfunk und Feature.

Seine Radioarbeit brachte ihm nicht nur den Lebensunterhalt, sondern auch das Schmähwort „Gebrauchsmusiker“ ein. An diesen Arbeiten schärfte sich aber seine Instrumentationskunst, und sie regte ihn zu neuen Formen und Gattungen an – etwa zu seinem Funk-Oratorium „Des Menschen Unterhaltsprozess gegen Gott“ von 1952.

Die vielfältigen Funkerfahrungen Zimmermanns fließen in seinem opus summum zusammen, dem „Requiem für einen jungen Dichter“ (1969), ein „Lingual“, das sich zwischen Sprachkomposition und Musikcollage, zwischen Feature und Totenmesse bewegt und in seiner Eindringlichkeit noch heute atemberaubend ist.

Wechselwirkungen von Radio und Komposition – Zimmermanns Rundfunkarbeit
Autoren: Harry Vogt und Frank Hilberg

Im Anschluss, gegen 23:30 Uhr:
Zwei Hörspielmusiken

Bernd Alois Zimmermann

„Melusine“ (1956) Musik zu einem Hörspiel nach einem Theaterstück von Ivan Goll
ensemble resonanz, Ltg. Johannes Kalitzke

„Die Befristeten“ (1967) Ode an Eleutheria in Form eines Totentanzes für Jazz Quintett
Axel Dörner – Trompete, Gerd Dudek – Saxophon, Alexander von Schlippenbach – Klavier, Jan Roder – Kontrabass, Paul Lovens – Schlagzeug

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.