Open Sounds: Atacama-Perspektiven

Die Atacama-Wüste im Norden Chiles fasziniert die Naturforscher. Sie ist aber kein geschichtsloser Ort. „Desert Sound“ von Peter Kutin rückt mikroskopische Klangbeobachtungen ins Zentrum. Andreas Bodenhöfers „Klangausgrabungen“ bringen versteckte Zusammenhänge ans Licht.

 

Hier finden sich Spuren der alten Kultur der Atacameños, die ehemalige Salpetermine Chacabuco, die in der Pinochet-Diktatur zum Gefangenenlager wurde oder Chuquicamata, die größte Kupfermine der Welt. In „Klangausgrabungen“ werden Geschichten von Identitätsverlust, politischer Macht und Globalisierung im 21. Jahrhundert hörbar.

Eine Durchquerung der Atacama-Wüste mit dem Mikrofon: Die trockenste Region der Erde wird anhand einer präzise ausgearbeiteten Route von Süden nach Norden in zwölf Tagen erschlossen. Die Reise wird sonifiziert, die Strecke zur Partitur.

Wüsten sind die klanglich reduziertesten Gebiete unserer Welt. Die Abwesenheit des Menschen ermöglicht eine neue Aufmerksamkeit für eine von menschlicher Aktivität weitgehend unbeeinflusste Wirklichkeit. Durch die karge Flora und Fauna entsteht der Eindruck einer Informationsleere, doch die Wüste lebt und ist von feinen akustischen Veränderungen geprägt. „Desert Sound“ von Peter Kutinrückt diese mikroskopischen Beobachtungen ins Zentrum: Situationen und Ereignisse, die in bewohnten Gebieten zumeist gar nicht wahrgenommen werden können, weil sie akustisch maskiert sind.

„Klangausgrabungen“ von Andreas Bodenhöfer
Realisation: der Autor
Produktion: WDR 2013


„Desert Sound“ von Peter Kutin
Realisation: der Autor
Produktion: WDR 2013

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