Der einst reisende Strom ist heute fast versiegt. Einst reichte er von China bis zu seiner Einmündung in den Aralsee. Seit Jahrtausenden bringt er, der auf Persisch „Amudarya“ heißt und in der Antike „Oxus“ genannt wurde, kulturelle Reichtümer hervor.

Der Fluss ist auch Fundstätte der legendären Schätze des Achämenidenreiches im 6. bis 4. Jahrhundert vor Christus. Der antike griechische Geschichtsschreiber Polybios macht in ihm im 2. Jahrhundert vor Christus den Orientierungspunkt der Nomadenvölker aus und in mittelalterlichen arabischen und muslimischen Quellen erscheint er als einer der vier Flüsse des Garten Eden.

Der deutsch-armenische Komponist und Gitarrist Marc Sinan bereiste den alten Lauf des Oksus von Usbekistan bis zum Aralsee. Er machte Field Recordings, sammelte dokumentarische Aufnahmen der immer noch praktizierten alten Musik- und Liedtraditionen und begegnete vor Ort den Künstlern, die sie noch ausführten. Auf der Grundlage dieser Materialien beschwört er über eine kammermusikalische Suite seine Geschichte, die künstlerisch und formal jenseits von traditioneller Weltmusik oder illustrativem Feature angesiedelt ist.

 

„Oksus“ Hörstück von Marc Sinan

Mit: Sebastian Mirow, Marc Sinan Ensemble u. a.
Musik und Realisation: Marc Sinan
(Produktion: SWR 2015)
Marc Sinan, geboren 1976 in München, lebt als Gitarrist und Komponist in Berlin. Zahlreiche Solokonzerte und CDs. Seit 2002 entwickelt er Fusionkonzepte. Seit 2008 arbeitet er mit den Dresdner Sinfonikern zusammen.
© SWR 2, Hörspiel, 14.9.2017

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