„Ohne Mozart?“ von Christine Lemke-Matwey © Die Zeit Nr. 19/2014

Reformen, Fusionen, Frequenzen: Die öffentlich-rechtlichen Radiomacher verspielen die Zukunft der klassischen Musik.

Fangen wir im Westen an, bei Tom Buhrow, dem Mann „mit dem Liftboy-Lächeln“. 55, steile ARD-Karriere, Moderator der Tagesthemen und seit Juli 2013 Intendant des WDR. Buhrow ist Bob-Dylan-Fan, spielt E-Gitarre und hat dem WDR einen knallharten Sparkurs verordnet. Knallhart unterstützen soll ihn dabei ab 1. Mai Valerie Weber, seine neue Hörfunkdirektorin: 48, Privatradiokarriere, zuletzt Geschäftsführerin von Antenne Bayern (mit vier Millionen Hörern täglich die erfolgreichste deutsche Radiowelle). Weber wird sich mit der so fantasielos gemachten wie instinktlos vermittelten Reform des Klassik-gestützten Senders WDR3 von 2012 befassen müssen. Damals hagelte es Proteste. WDR3 hören täglich 1,8 Prozent der Bevölkerung in NRW, 290 000 Menschen. Das ist nicht toll, aber stabil.
Weiter südlich blickt die Kulturwelle SWR2 mit 2 Prozent Marktanteil zwar auf eine etwas bessere Quote, seit aber Peter Boudgoust, 59 und Jurist, in Stuttgart agiert, haben sich die Aussichten für die Kultur eklatant verschlechtert.
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