Ist der Lärm das Schmuddelkind der Klangkunst? Das ist bloss ein Vorurteil. Das Zürcher Festival Unerhört zeigt, wie virtuose Solisten und eingespielte Bands Krach und Geräusch geschickt in ihren Sound integrieren.

Zwischen Kultur und Chaos gibt es keine klare Grenze. Das zeigt sich auch in der Sphäre der Akustik, wo die Unterscheidung von Musik und Lärm oft eine subjektive Entscheidung ist. Der artikulierte Klang erweist sich oft als Grenzfall des Geräusches.

Aber das Rauschen kann auch ein Rausch sein. Vielleicht deshalb widmet sich das Zürcher Festival Unerhört seit Jahren einer Musik, die sich nicht in den Elfenbeinturm bewährten Schönklangs zurückzieht, sondern ihre Welthaltigkeit gerade in der Auseinandersetzung mit Lärm und Geräusch unter Beweis stellt. Wobei sich Kunst und Qualität dann als Frage der Dominanz erweisen: Beherrscht man das Geräusch, oder verfällt man ihm? …

Weiter lesen … !

© NZZ, Feuilleton, 1.12.2019

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.