Live-Streaming bringt uns Kunst und Musik nach Hause in die Sphäre des Alltags. Dabei zeigen sich Stars vor der Kamera oft von einer ungeschminkten, intimen Seite. Der Graben zwischen Bühne und Publikum wird kleiner.

Live-Streaming, alle reden jetzt von Live-Streaming. Angesichts der Pandemie ist Streaming gewissermassen zum kulturellen Mainstream geworden. Verspricht es eine künstlerische Erneuerung? Oder bloss eine hygienischere Kultur?

Für Künstler bot Streaming – vorab das Live-Streaming in Echtzeit – zunächst eine Möglichkeit, mit uns, dem hochverehrten Publikum, in Kontakt zu bleiben, trotzt Social Distancing. Und was haben wir, auf kleinere oder grössere Bildschirme starrend, dadurch nicht alles entdecken und erleben können. Die Tinguely-Maschinen wurden über Web-Videos gezeigt, man konnte sich in den Uffizien in Florenz an Raffaels Madonnen entlangklicken. Gianna Nannini sang in einem Hauskonzert gegen die Einsamkeit an, und der DJ David Guetta veranstaltete eine virtuelle Dachparty. Und weil Schauspielhäuser und Kinotheater geschlossen waren, haben wir uns ihre Antigones und Hamlets ins Schlafzimmer beamen lassen…

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© NZZ, Feuilleton, 6.6.2020

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