NZZ: Laura Marling: „Ich sehe mich als eine Art privilegierte Exhibitionistin“ Von Claus Lochbihler

Mitten auf Tournee wurde Laura Marling von der Corona-Krise überrascht. Doch die herausragende britische Folk-Sängerin und Gitarristin fand in der Quarantäne neue Wege, um mit ihrem Publikum zu kommunizieren. 

Laura Marling, Sie haben auf Ihrem neuen Album ein langes Flüstern aufgenommen.

Stimmt. Ich habe mir das neue Album so vorgestellt, als ob ich einer imaginären Tochter eine Folge von Ratschlägen und Aufmunterungen ins Ohr flüstern würde. Wenn ich heute als 30-jährige Musikerin Menschen sehe, die sich mit 18 oder 19 Jahren in eine Musikkarriere stürzen, denke ich daran, wie wertvoll ihre Jugend und ihre Unschuld ist. Und dass jemand sie beschützen müsste. Das war mein Impuls für dieses Bild der Tochter und der geflüsterten Ratschläge.

Ratschläge, die Sie zu Beginn Ihrer Karriere gerne selbst bekommen hätten?

Zum Teil schon. Es hätte mir geholfen, wenn ich schon damals ein besseres Verständnis für Grenzen und das Setzen von Grenzen gehabt hätte. Was akzeptiere ich? Und was nicht?

Die imaginäre Tochter sind also Sie selbst?

Genau.

Sie haben gesagt, dass die neuen Songs für Sie unterdessen mehr Sinn ergäben als zu dem Zeitpunkt, als Sie sie geschrieben hätten. Wegen der Corona-Krise?

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© NZZ, Feuilleton, 22.4.2020

2 Comments

  1. den besten weg zur kommunikation fanden am wochenende die, die an „one world at home together“ teilnahmen. leider sind die gesamten 8 stunden mittlerweile als video offline, aber … die tracks als solche habe ich andernorts gepostet.

    ja, ich weiss: POP. aber es war schon ein schönes gefühl, 8 stunden quasi mit der welt am lagefeuer zu sitzen. meinen (noch nicht existierenden) enkelkindern kann ich also erzählen: „opi war dabei, bei live-ais, live8, liveG8, concert of nelson mandela 1 & 2“.

    ist doch besser, als ihnen erzählen zu müssen wie „toll“ verdun oder stalingrad waren 😉

    1. hi hardy, also respekt. dafür ist mir meine zeit zu schade. ich habe auch mittlerweile echte probleme pop und co zu hören. es nervt mich nur noch.
      sorry, das mag jetzt hart klingen. aber das höre mir lieber neues an und lasse mich überraschen. oder ein konzert mit neuer musik.
      oder, was noch viel besser ist. ich schaue in das beste sachbuch dieser tage/des jahres: „das jahr 1990 freilegen“ ich kann da immer nur ein paar seiten lesen, weil das soviele informationen drin sind. ich habe das schon ein paar wochen und habe hier schon oft darauf hingewiessen. es ist der wahnsinn. und es hilft diese zeit zu verstehen. selbst ich, der ja dabei war, muß immer mal wieder in mich gehen und sagen: ja, so ist es gewessen.
      vorallem die tagebuch eintragungen von martin groß sind großartig. schon bestellt und ich freu mich sehr darauf. dazu später hier mehr.
      vielleicht liest das jemand mit. es wird jedenfalls noch beiträge zu diesen thema geben. ALSO kein lagerfeuer. und für meine kinder ist es auch wichtig darüber zu erfahren.

      portfuzzle

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