Die Verzweiflung war sein Thema. Als Sänger der britischen Band Joy Division hat Ian Curtis für traurige Klarsicht und entrückte Momente gesorgt. Am 18. Mai 1980 nahm er sich das Leben.

Es sind Zeilen von verstörender Traurigkeit und poetischer Stärke. Zeilen wie diese: «Beyond all this good is the terror, the grip of a mercenary hand.» Geschrieben hat sie Ian Curtis, der Sänger von Joy Division, jener Band, die aus Manchester kommend Punk und Post-Punk mitgeprägt hat. Dass Curtis zu einer mythischen Figur geworden ist, hat aber auch damit zu tun, dass er sich vor vierzig Jahren, am 18. Mai 1980, in seinem Haus in Macclesfield das Leben nahm.

Die Versuchung ist gross, Ian Curtis in die Galerie jung verstorbener Rebellen einzureihen, mit James Dean, Jim Morrison, Kurt Cobain oder River Phoenix. Doch hat sein Schicksal wenig zu tun mit einer Live-fast-die-young-Romantik. Zu kalt und zu klar ist die Musik von Joy Division, zu schonungslos und prägnant sind die Texte.

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© NZZ, Feuilleton, 18.5.2020

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