NZZ: Alex Winters Dokumentarfilm – „Zappa gegen die Zensur“

Er hat die Möglichkeiten der Rockmusik ausgeschöpft und erweitert. Ein neuer Dokumentarfilm zeigt, wie sich Frank Zappa überdies mit viel Engagement und Zivilcourage für die Redefreiheit einsetzte. Von Marc Neumann.

In einer Hinsicht ist Alex Winters Dokumentarfilm «Zappa» eine Enttäuschung: Er bringt schlichtweg zu wenig Musik. Das kann man dem Regisseur allerdings insofern nachsehen, als Frank Zappa, der geniale Komponist, Produzent und Musiker, zu Lebzeiten selbst schon 63 Alben veröffentlicht hat, weitere 53 sind postum erschienen.

Trotzdem vermittelt Winter mehr als eine Ahnung von der musikalischen Bandbreite des schillernden Künstlers, der die Musik zunächst als Fan von Edgar Varèse und Johnny Guitar Watson entdeckt hatte. Bereits 1963 in der «Steve Allen Show» spielte er dann avantgardistische Musik auf zwei Fahrrädern. Vor allem aber setzte er sich als langhaariger Freak, satirischer Anti-Rocker mit einem Sinn für politische Auftritte in Szene. Das erklärt auch, wie der intellektuelle Musiker schliesslich auch als Kulturattaché von Vaclav Havel amtete, dem ersten Präsidenten der Tschechoslowakei nach dem Mauerfall.

© NZZ, Feuilleton, 25.2.2021

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