NMZ „Von der Atomisierung der Musikwahrnehmung“ Verlust des Albums – Gedanken zum Musikkonsum · Von Hans-Jürgen Schaal

Während Albumhörer einst ihre Schätze horteten wie Flaschen seltenen Weins, drehen die heutigen Konsumenten einfach nur den Wasserhahn auf. Streaming bedeutet eine Zäsur in unserem Musikhören, die philosophische Dimensionen hat.

Ein Artikel von Hans-Jürgen Schaal

Unsere Hörgewohnheiten und Hörgelegenheiten sind ständigen Veränderungen unterworfen. Man stelle sich vor: Noch vor 200 Jahren konnte man Musik nur hören, wenn leibhaftige Musiker mit ihren Musikinstrumenten physisch zugegen waren. Wer nicht in den städtischen oder höfischen Zentren der Kultur lebte, war daher auf Wandermusikanten oder seltene Gastspiele angewiesen. Es durfte sich glücklich schätzen, wer ein Ensemblestück von Mozart oder Beethoven in der originalen Instrumentierung erleben durfte. Mit großer Sicherheit hörte man dieses Stück nur ein einziges Mal im Leben. Als der alte Goethe einmal von einem Musikabend besonders bewegt war, wunderte er sich über die Macht, die die Klänge über ihn hatten. Er schrieb: „Zu einiger Erklärung sag ich mir: Du hast seit zwei Jahren und länger gar keine Musik gehört […].“ …

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© neue musik zeitung, print, Ausgabe:   9/2019 – 68. Jahrgang

15 Replies to “NMZ „Von der Atomisierung der Musikwahrnehmung“ Verlust des Albums – Gedanken zum Musikkonsum · Von Hans-Jürgen Schaal

  1. übersehener aspekt: weil bei sowas wie spotify erst „abgerechnet“ wird, wenn länger als ein paar sekunden in das stück hinein- oder es zuende gehört wird, muss jetzt „erfolgreiche“ musik sofort irgendwas raushauen, was „catchy“ ist.

    aber wie das mit allem so ist – das erzeugt dann doch wieder so ne art von gegenreaktion … und die rückkehr von sowas wie jazz in die populäre musik (schöne platte gerade von iggy pop btw. obwohl der ja schon mit „avenue b.“ 1999 schon mal den ersten fuß aufs gelände gesetzt hatte)

    1. Also Hardy, ich verstehe nicht so richtig was du meinst ? Ich finde die Verfügbarkeit beängstigend. Auf einer Party einen Tipp und schon ist auf der Playlist. Auf dem Handy landet die Musik ja nicht. Lass es eine lange Party sein. Das sind 10 – 20 neue CD’s in einer Playlist. Da würd dann vielleicht später mal rein gehört, oder vielleicht auch nicht. Aber es ist so beliebig. Wenn ich mir Musik kaufen will, dann höre ich mir das erst einmal an. Bandcamp ist hier mein Favorit. Das will wohl überlegt sein. Das ist ja keine Flat, wo alles 10€ kostet. Und dann habe ich die Musik. Auf den Rechner, auf den Handy…. Nicht in einer Playlist, die nur funktioniert wenn du Online bist. Natürlich gibt es auch eine Gegenbewegung. Aber nicht in Größenordnungen die Wirkung zeigen und nur von Bands, die es sich auch leisten können.

      1. > Ich finde die Verfügbarkeit beängstigend.

        caveat: ich nutze ja werder handys noch so was wie spotify, meine infos sind eher den entsprechenden sendungen und beiträge im dlf etc geschuldet. und wann ich das letzte mal auf einer party war, weiss ich nicht mal mehr 😉

        wenn ich so auf die umwelt gucke, sehe ich als das eigentliche problem weniger die verfügbarkeit als die desorientierung angesichts der schieren masse und einem mangel an kompetenter einordnung. die vorschläge auf youtube machen den kohl auch nicht fett – und wer nutzt schon allmusic.com (ausser mir, war lange zeit meine startseite …) oder liest kluge blogs von leuten mit gutem geschmack? für das gros des konsumentenpublikum ist musik einfach nur och eine tapete.

        das problem ist die geschichte, die zu musik erzählt werden muss – und ihr bedeutung gibt über die substanz selbst. und das eben hielte ich jetzt eher für das problem (anderer leute feld) – der mangel an geschichten oder heiligem ernst musik betreffend.

        > leisten

        die große verfügbarkeit von live-konzerten bzw. bootlegs (und das ist für mich als deadhead per se des pudels kern) empfinde ich wiederum als paradiesisch …

        und angesichts der guten verfügbarkeit gebrauchter cds konnte ich mir just 6 cds von station 17 zum preis einer einzigen leisten 😉 ich glaub nicht, daß ich die auch bei spotify hätte hören können.

  2. Interessante Diskussion. Ich musste mich beim Lesen des Artikels aber winden, dieser „Album“-Fetisch ist mir wirklich ein Greuel. Jede Zeit hat ihre Medien, und heutzutage muss Mensch eben mit digitalem Audio und Streaming umgehen. Ich nutze Bandcamp genau wie portfuzzle, um mir neue Musik genau anzuhören, und nicht nur für ein paar Augenblicke.

    Ich finde die vielfältige Verfügbarkeit von Musik nicht beängstigend, es ist eher so, dass es dadurch immer weniger unbekannte Nischen von Spezialisten gibt, und das finde ich klasse. Allerdings nutze ich Spotify nicht, das ist mir zu eng gestrickt – ich verlasse mich lieber auf Tipps von Leuten die ich kenne, auch wenn nur aus dem Netz (und Lippegaus und Co., natürlich). Ich versuche selbst, mit dem Streaming-Medium zurande zu kommen – und es hilft mir, Musik mit anderen zu teilen (per Mixcloud), ohne meinen Kopf in die Schlinge der Illegalität zu stecken. Wo ich früher ganze Alben von MP3’s und FLAC’s obskurer Musik auf Blogs gepostet habe, ist mir heute das Streaming-Angebot der Briten lieber – ich gehe es an wie eine Radiosendung ohne Moderation, so wie „Radiophon“, das ich immer geliebt habe – kein Gesabbel, sondern eine wohldurchdachte und spannende Musikauswahl.

    Sorry für mein Gesabbel. :S

    1. Mir geht es nicht um das Album oder die CD an sich. Die CD ist bald weg, aber wer weis. Die Kassette wurde auch schon Tot gesagt und momentan werden mehr Kassetten als CD’s verkauft (!)
      In dieser permanenten Verfügbarkeit liegt auch die Beliebigkeit. Alles ist auch gleich wieder nichts. Wir ,in dieser Diskussion, haben da natürlich ein anderes Verhältnis dazu. Unser Hintergrund ist einfach ein komplett anderer. Ich denke hier vor allen an die „normalen“ User da draußen. Die haben quasi alles in ihrer Playlist, wovon sie nur einen Bruchteil davon wirklich gehört haben.
      Selbst jene von denen ich denke das sie interessierter sind als normal, können mir auf meine Tipps die ich ihnen mal gegeben hatte nichts sagen. In ihrer Playlist und gut.

      1. portfuzzle – nenn mich ignorant, aber die „normalen“ User da draußen interessieren mich genauso wenig, wie die Charthörer. Mich interessieren Menschen mit offenen Ohren, ob sie nun Hörer mit immensem Wissen sind oder in vielen Genres völlig ahnungslos. Wer nur Musik auf Playlists hortet und keine Ahnung von der Musik hat, der kann damit auch nichts anfangen. Du machst doch Deine Seite auch für Interessierte und nicht für Spacken, die auf jeden Zug aufspringen, oder? 🙂

        1. > nenn mich ignorant, aber die „normalen“ User da draußen interessieren mich genauso wenig, wie die Charthörer

          geht mir genau so – ich habe seit jahrzehnten keinen blassen schimmer mehr, was in den charts so läuft, bin eher in richtung vergangenheit ausgerichtet, der besitz einer cd interessiert mich nur so lange, bis ich sie gerippt und auf einer festplatte deponiert habe. dann verschenke ich sie in der regel, entweder an eine meiner töchter oder eine person, mit der ich hier tee getrunken habe.

          tipps bekomme ich entweder, weil ich eine radiosendung gehört habe (incl. der sachen, die halt so im dlf vorgestellt werden) oder besagte tee-trinkenden (jungen) personen schwärmen von etwas (just: dope lemon, cécile corbel, oder moon duo zb.).

          aus dem, was ich dann so höre, picke ich mir sachen raus, die ich in nach jahren geordnete ordner lege (hardy’s hearers digest, ein bißchen wie readers digest,) oder ich stelle für sie „young persons guides“ zusammen, wie zb. die „jah beanies tapes“, 10 cds mit reggae oder einen nach jahren geordneten „young persons guide to the birth & youth of german rock“, wobei da in der regel vieles eben nicht online verfügbar ist, weil „nische“.

          wir sind halt nicht „repräsentativ“ 😉

          1. Bei mir war es eher so, dass ich rückwärts orientiert war. Vor allem im Jazz bin ich wild von Bebop zu Freebop, von Zorn zu Dolphy zu Jelly Morton gesprungen. Als ich dann das Internet entdeckt habe, habe ich die weißen Flecken geschlossen – und sowohl in der Vergangenheit als auch der Gegenwart für mich völlig Neues entdeckt. Die weißen Flecken in der Vergangenheit werden langsam weniger merke ich (vielleicht auch ein Zeichen meiner Ignoranz), aber das Neue in vielen Sparten wird für mich breiter. Wo ich früher eher auf Jazz und abseitige Populärmusik begrenzt war, hat sich mein Interesse deutlich in globale Folklore (Weltmusik) und klassische Avantgarde (Klassik) geweitet – und da entdecke ich fast wöchentlich neue Kontinente an Hörereignissen. Ausgelöst wird dies durch ein paar private Blogs und ein privates Forum, in dem Verrückte aller Coleur zusammentreffen und sich und anderes austauschen – ein Paradies für exzessive Sammler (und Frischtutter für meine Mixtapes).

            Schönen Restsonntag! :mrgreen:

  3. Natürlich habe ich einen Anspruch mit meinen Blog. Und ich hoffe auch, das auch normale Hörer und interessierte neu dazu kommen. Die dann tiefer gehen wollen. Das wäre der ideal Fall. Die Masse wird es nie sein, da mache ich mir auch keine Illusionen. ich wollte einen Zustand beschreiben, so wie ich häufig antreffe und der bei mir viele Fragen aufwirft.

    1. Die oberflächlichen Hörer gab es schon immer, klar, aber neu ist jetzt, dass inzwischen fast alle fast alles haben, nur – was ändert das an den Hörgewohnheiten? Natürlich kann die Referenz ein Livekonzert sein, aber das Tolle an einer Musikaufnahme ist eben doch, dass es auch etwas anderes sein kann – dass man das Studio auch als Instrument nutzen kann, wie manche Genies das eben konnten, Brian Wilson oder Lee Perry zum Beispiel.

      Ich finde es toll, dass mehr Menschen die Möglichkeiten haben, abseitige Musik zu hören – ob sie es auch tun, sei dahingestellt. In meiner Jugend war es teilweise recht schwierig, schon wenig abseitige Musik zu bekommen, bzw. Infos darüber. Das ist mit dem Internet unstrittig wesentlich einfacher geworden. Hatte ich zu Anfang meiner Internet/Blogtätigkeit noch eine lange Liste von gesuchten Platten oder Interpreten, so warten heute Gesuche meist an der nächsten Ecke… und noch VIEL mehr.

  4. Was mir in der ganzen Diskussion etwas verloren geht, sind die, welche die Musik erschaffen, um die es hier eigentlich geht: Komponisten, Musiker, Sänger, Bands.
    Was ist mit denen ? Es ist ein verrückt. Ordentliche Bezahlung von Musikern und Sängern ist noch immer die Ausnahme, dabei haben viele von Ihnen einen Hochschulabschluss. In der Regel werden sie nicht angemessen bezahlt, um es mal freundlich zu formulieren.
    Vom Streaming – Kuchen sehen sie das wenigste !

    1. Stimmt. Ich bin ja kein Musik- oder Plattenproduzent, sondern in erster Linie Fan und so etwas wie ein Mixtaper, also jemand, der Musik gerne aktiv in andere Zusammenhänge bringt. Geld bringe ich Musikern oder Komponisten nur durch Platten- und CD-Käufe, und durch Eintritte für Konzerte – und ich finde es am Schönsten, wenn ich auf einem Konzert eines Künstlers direkt eine CD kaufen kann, da ist es mir auch schnuppe, wenn ich diese CD vielleicht online günstiger bekommen kann, da weiß ich nämlich, dass das Geld am richtigen Ort ankommt. Aber das sind natürlich Peanuts, von denen kein Musiker leben kann. Dass ein Musiker vom Beruf leben kann, da bedarf es mehr als ein paar CD’s oder die Streaming-Groschen, die so einlaufen. Das ist ein politisches Ding – inwieweit bekommen Künstler unterschiedlicher Musikstile Förderung. Da ist natürlich die Gewichtung erkennbar – die Klassik bekommt sicher einen großen Kuchen, die Popmusik ob ihrer Verwertbarkeit auch ihren Anteil, und Nischen und Abseitiges eben wenig bis nichts.

      Was können wir da tun, portfuzzle? Wir können Musik beim Künstler oder beim Label direkt kaufen. Du machst z. B. Promotion für Labels wie Cuneiform, etc. oder besprichst bestimmte CD’s. Ob Du Geld dafür bekommst oder nicht, ist Deine Sache – wichtiger ist sicher, hat es den gewünschten Effekt? Und der wäre? 🙂

      Wenn mir Menschen sagen, dass ich sie auf Musik aufmerksam gemacht habe, die sie nicht kannten und toll finden, dann freut mich das, aber es ist nicht mein Ziel. Ich mache es für mich, und durch das Onlinestellen bleibt es nicht privat, sondern ist nach außen sichtbar, was mich anspornt, alles zu geben. Ich habe noch nie einen Cent verdient mit dem was ich seit 2006 tue – Bloggen, Kompilieren, Sharen etc. Ich bin Fan und Amateur, und dabei möchte ich auch bleiben. Mein Geld verdiene ich anderswo. Und ich bin inzwischen sehr vorsichtig, dass ich Künstlern und Labels nicht die Butter vom Brot nehme, das war mir früher aus egoistischen Gründen nicht so wichtig.

      Wie siehts bei Dir aus, portfuzzle. Du klagst oben, aber was hat dies mit Dir zu tun, mit dem, was Du hier tust? Du bietest ja eine Plattform, wo dies als Thema offen angesprochen werden kann… was schon mal toll ist! Und politisch ist alles, wenn es öffentlich ist, wie wir wissen.

      1. Hallo Lucky und sorry das du auf meine Antwort warten musstest…Natürlich können wir die Musiker unterstützen in dem wir in Ihre Konzerte gehen und ihre Sachen dort kaufen. CD’s LP’s was auch immer. Und hast natürlich recht, dass das sehr wenig ist. Mit meinen Blog verdiene ich keinen Cent. Es ist eher umgekehrt, Gema, Webhoster, das alles kostest. Aber noch immer glaube das ich das sich die Sache lohnt. Wenn ich sehe wie oft die CD Tipps angesehen werden, dann hoffe ich das es sich auch konkret sich auch in ein Kaufen verwandelt. Bei der Resonanz darauf bin ich sehr zuversichtlich. Und ich mache das für die für Bands, für die Musiker und das auch Privat. Ich kann dir immer neues von aktuellen Veröffentlichungen berichten.
        Und ich kaufe viel mehr als in den letzten Jahren !
        Was ich allerdings ganz konkret meine und darauf zielt deine Frage wohl ab, ist das die Musiker, Sänger und Bands … alle schlecht bezahlt werden. Gerade Sänger, die alle in der Regel ein Hochschulstudium angeschlossen haben, sollen zu Konditionen auftreten, das es schon an eine Zumutung grenzt. Da die meisten Freischaffend sind funktioniert es in der Regel auch. Getreu den Motto: Es gibt immer einen der es für das Geld macht. Natürlich gibt es auch jene die es geschafft haben, die Diskrepanz zwischen diesen Welten ist enorm. Wie man diesen Umstand ändern kann ist allerdings schwierig. Aber ich glaube das es schon wichtig ist, das wir uns hier darüber austauschen. Auch wenn wir quasi unter uns bleiben. Leider !

  5. @lucky

    > Bei mir war es eher so, dass ich rückwärts orientiert war.

    ich war anfang der 70er in einem bonner klosterinternat und auf jeder gruppe fand sich ein paradies an platten. ein klassenkamerad hatte einen uher royal de luxe – und nur john mayall auf den bändern. so was prägt. den habe ich (zufälle gibt’s) in vallon pont d’arc in dem urlaub wiedergetroffen, in dem meine älteste „entstand“.

    nach dem internat hat mich mein ältester freund, aka snoid studios unter die fittiche genommen, mich in die undergrund-kultur der staaten, sprich deadheads, crumb, leary, wilson etc, „eingeweiht“, ich habe angefangen, die „sounds“ und vor allem rocklexika zu fressen und seitdem so was wie einen fahrplan.

    als dann mp3 rauskam, die ersten ftp server (wie baeys, der alles aus „1001 record collectors“ zusammentrug, bitstorms oder comadevine, eher auf progrock & canterbury orientiert) hatte ich sozusagen ne menukarte, die ich nur abarbeiten musste. dann kamen die ersten tauschbörsen und ich hatte ein luxuriöses angebot in sachen hörbüchern und krautrock zu machen 😉 das war toll, weil wir damals die ganzen längst verschwundenen sachen, wie eben krautrock oder sagen wir mal gentle giant, aus dem keller zerrten und erstmals verfügbar machten. zu einer zeit, als nur noch coverversionen in der hitparade liefen (ich rede von vor 2000).

    > blogs

    dies und zwar so was von.

    nach dem einen oder anderen jahrzehnt kenne ich meine pappenheimer, so was wie TUBE oder livebootleg ist tägliches pflichtprogramm für mich. dafür gibt es ja feedreader …

    für den rest: wenn du in emailkontakt zu henry stehst, lass dir bitte meine emailadresse geben und schreib mich an.

    > Künstlern und Labels nicht die Butter vom Brot nehme

    auch: dies. wenn etwa camera ne neue rausbringt, habe ich sie schon vorbestellt 😉

    es braucht modelle, die künstler unkompliziert direkt zu bezahlen und nicht einen aufgeblähten verwaltungsapparat. die gibt es, aber sie haben sich nicht wirklich durchgesetzt

    aber, man kann nicht alles kaufen, was man nur mal hören will. und irgendwie finde ich ja, daß der eigentliche schaden von so was wie youtube, spotify et. al. angerichtet wird, die die künstler massivst ausbeuten und zu schlecht bezahlen.

    die musikindustrie hat „damals“ nicht verstanden, daß es eine nachfrage nach verloren geglaubten dingen gab – und wir haben sie wieder aus dem keller gezerrt (siehe gentle giant, damals ohne vertrag, dann gab es plötzlich ne newsgroup und – zack! – konnten sie einen sampler machen, dessen inhalt die leute in der newsgroup bestimmten) … und damit überhaupt erst für eine nachfrage gesorgt. mein schlechtes gewissen hält sich da in grenzen, ja ich bin sogar so dreist, zu behaupten, daß so etwas wie hörbücher und -spiele überhaupt erst en vogue kamen, weil … ich sie in den tauschbörsen damals als erster anbot 😉

    der fehler, den die musikindustrie damals auch machte: sie hätten von anfang an auf eine bessere qualität setzen sollen, flac wäre damals zu fett für die leitungen gewesen, sie hätten ein angebot machen können, aber statt dessen haben sie auf ein schlechtes gewissen und die verfolgung des konsumenten gesetzt. das wirkt nach.

    neil young und sein pono-dingens zb. war ne gute idee. SACD und die audio-dvd fand ich auch einen guten ansatz.

    sorry für die ausufernde länge

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