Eine viktorianische Halle, ein Flügel und ein Sänger. Nick Caves gestreamter Solo-Auftritt im Londoner Alexandra Palace liegt als Live-Album vor. Ein Zeugnis musikalischer Reife und Poesie.

Von Hanspeter Künzler

Im vergangenen Juni setzte sich Nick Cave im leeren Alexandra Palace in London an einen Konzertflügel, um zu spielen und zu singen. Der Auftritt fand unter Einhaltung der Covid-19-Regeln statt. Von einer beklemmenden Stimmung war indes nichts zu spüren. Im Gegenteil. Die Einfachheit des Dekors – viktorianische Halle, Schummerlicht, Flügel – wirkte wie ein leerer Hintergrund, vor dem der Geist der Lieder bestens zur Geltung kam.

Nun hat sich der als beiläufige Performance konzipierte Auftritt plötzlich zu einem «Main Event» gemausert. Das Live-Album «Idiot Prayer – Nick Cave Alone at Alexandra Palace» ist soeben erschienen; samt einer Filmversion mit vier zusätzlichen Songs.

© NZZ, Feuilleton, 30.11.2020

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