Die Dichterin Nelly Sachs, 1891 in Berlin geboren und 1970 im schwedischen Exil gestorben, war eine Vertraute der Nacht. Erst wenn das Tagewerk getan und die Dunkelheit hereingebrochen war, konnte sie sich dem Schreiben widmen und die Bilder, die aus ihrem Inneren auftauchten, zu Worten formen.

Als Nelly Sachs im Mai 1940 mit dem letzten zivilen Flugzeug aus Berlin flieht, liegt mehr als die Hälfte ihres Lebens hinter ihr. Kindheit und Jugend hatte die Tochter assimilierter Juden in einer Villa mitten in der Stadt verbracht.

Die Nobelpreisträgerin ist auch insofern eine Ausnahmeerscheinung in der Literaturgeschichte, als dass sie den wichtigsten Teil ihres Werkes erst im reifen Alter schuf: Ihr Werk beginnt mit der Shoah. Die literarische Produktion vor der Flucht wollte Nelly Sachs nie wieder aufgelegt sehen.

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© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 9.5.2020

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