Vor 40 Jahren nahm sich Ian Curtis, der Sänger von Joy Division, das Leben. Jetzt gibt es ein neues Buch zur Bandgeschichte.

Von Benjamin Moldenhauer

Eine der vielen rätselhaft schönen Eigenschaften der Musik der britischen Band Joy Division ist, dass sie nicht alt zu werden scheint. Vielleicht weil sie zum Zeitpunkt ihres Erscheinens Ende der 70er Jahre bereits wirkte, als käme sie aus einem unbestimmten Drüben zu uns herübergeweht. Da machen 40 Jahre keinen großen Unterschied…

Jon Savage, hat in seinem letztes Jahr in England und jetzt in deutscher Übersetzung erschienenen Buch »Sengendes Licht, die Sonne und alles andere« Interviews mit den drei noch lebenden Bandmitgliedern und vielen Verbündeten zu einer chronologisch strukturierten Bandbiografie kompiliert. Der Text versucht, die Beschwörung und Wiederbelebung des Mythos mit einer analytischen Ebene zu verbinden.

Das funktioniert als Popgeschichtsschreibung ausgesprochen gut. Das beste Kapitel ist eigentlich das erste, in dem Savages Hauptfiguren vom Leben im Manchester der 70er Jahre und von der Geschichte der Stadt erzählen. Und davon, was Joy Division mit diesem Ort zu tun gehabt hatten. Oder genauer: inwiefern die damals architektonisch und auch sonst in vielem kaputte Industriemetropole eine soziale Voraussetzung für Songs wie »Shadowplay« oder »Transmission« war.

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© nd, Kultur, 17.5.2020

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