Jazz als Widerstandsmusik hat eine lange Tradition, einige der schönsten Alben der Musikgeschichte finden sich hier. Nach Jahren, in denen der Jazz sich wahlweise in akademische Gefilde zurückgezogen oder mit Gefälligkeit und reiner Archivpflege seine Zeit durchgebracht hat, erscheinen in letzter Zeit Monat für Monat auch jenseits der Nischen, in denen all das überwintert hat, Platten, die konfrontativ sind und vor Ideen überborden.

Von Benjamin Moldenhauer

Die Lyrikerin und Sängerin Camae Ayewa hat als Moor Mother drei Alben mit rauen Elektronik-Collagen produziert, die den Hintergrund für drastische Beschreibungen schwarzen Lebens in den USA bilden. Musik, die versucht, den Hörer als jemanden zu adressieren, der sich zu dem verhalten soll, was er da hört, und die eine Positionierung einfordert. Auf dem letzten Moor-Mother-Album, »Analog Fluids Of Sonic Black Holes« war die Zeile zu finden: »You think this hell won’t come for you?!« Wer sich unbeteiligt wähnt, irrt…

Weiter lesen …!

© Neues Deutschland, Kultur, 22.5.2020

 

 

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.