Nachtstudio: Das Falsche … Über Fälschungen, Fehler und große Kunst Von Andreas Ammer

Lange dachten wir, die Geschichte der Menschheit sei ein einziges Streben zur Wahrheit. Dann brach plötzlich das postfaktische Zeitalter an, in dem wir gerade leben. Seitdem wird der Wert von Nachrichten nicht an ihrem Wahrheitsgehalt gemessen, sondern an ihrer Wirkkraft.

 Seit 2016, dem Jahr in dem die Brexit-Kampagne und die Wahl des amerikanischen Präsidenten mit gefälschten Fakten geführt und gewonnen wurden, geht es in der politischen Auseinandersetzung nicht mehr darum, Recht zu haben, und die Wahrheit zu sagen, sondern darum, die bessere Geschichte zu verbreiten. Das Wiederlegen der Behauptung, dass Barack Obama nicht in Amerika geboren sei, führt nicht dazu, dass diese Behauptung folgenlos bleibt. Die Behauptung, die Mondlandung sei eine Fälschung, ist so erfolgreich wie die These, dass schlappe 300 Jahre (von 614-911) eine reine Erfindung darstellen.
Aber woran erkennen wir das Falsche? Und ist alles Falsche gleich ein Fake? In der Musik ist ein „falscher Ton“ zwar leicht zu erkennen, kann aber dennoch Kunst sein: „Dont fear mistakes. There are none“ (Miles Davis).

 

© Bayern 2, Nachtstudio, 22.10.2019

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