Von Martina Seeber

„Mein Stil ist heute, keinen Stil zu haben“. So etikettierte der Schriftsteller Eduardo Sanguineti seine literarische Produktion, die Etikette im Sinne typischer, wieder erkennbarer und damit marktfähiger Merkmale ablehnt. Während die Modeindustrie den Stil noch immer munter als „Außenwerbung für unser Innenleben“ definiert, versuchen sich Kunst und Musik dem Diktat von Stil und Style zu entziehen. Erfolgreich oder nicht? Damit sich das Publikum mit der persönlichen Handschrift eines Komponisten oder einem Zeitstil identifiziert, braucht es „codes“. Wie könnte sich zeitgenössische Musik anders zu erkennen geben? Oder bedeutet die Stillosigkeit ihr selbst gewähltes, glückliches Ende?
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