Ist er wirklich das enfant terrible der deutschen Literatur? Sicher ist, dass der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer gerne mit Konventionen bricht. In seinen Büchern widmet er sich mit Würde und Poesie den Menschen am Rande der Gesellschaft.

Im Gespräch mit Klaus Pilger

„Hart und direkt, sanft und gefühlvoll” beschrieb die Frankfurter Rundschau jüngst die Literatur des Clemens Meyer, der 1977 in Halle geboren wurde und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert hat. Ungeschönt und empathisch sind seine Geschichten, die stets von großer Milieukenntnis zeugen. Sein Debütroman „Als wir träumten“ (2006) über das harte Leben einer Jugendclique im Nachwende-Leipzig basiert auch auf seinen eigenen Erfahrungen mit Alkoholexzessen, Kleinkriminalität, prekärem Leben und Jugendarrest. Das Buch beschreibt drastisch und zart zugleich die Verlorenheit junger Menschen in dieser Zeit.

Clemens Meyer liebt und pflegt neben den Romanen das literarische Genre der Kurzgeschichte. Er wurde nach seinen Geschichtensammlungen „Die Nacht, die Lichter“ (2008) und „Die stillen Trabanten“ (2017) auch schon als ostdeutscher Hemingway bezeichnet. In seinem Roman „Im Stein“ (2013) widmete er sich der Rotlichtszene einer ostdeutschen Großstadt. Meyer hielt Poetikvorlesungen in Frankfurt am Main, schrieb Drehbücher für Kinofilme und den „Tatort“. Clemens Meyer erhielt unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse und den Bremer Literaturpreis. Zur Zeit ist er Stadtschreiber in Bergen-Enkheim.

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.