Ist weniger mehr? Spätestens seit Mark Rothko und Yves Klein lässt sich diese Frage zumindest in der Malerei nicht mehr eindeutig verneinen. Askese und Überfluss: Das Programm verbindet extreme Reduktion mit verblüffender Vielfalt.

Ein außergewöhnliches Raumerlebnis versprechen die acht Trompeten, die Marco Blaauw in „The Monochrome Project“ versammelt. Martón Illés inszeniert sie in der Kirchenarchitektur. Sein Spiel mit Ferne und Nähe, Energien, Strukturen und Bewegungen lädt zum Tauchgang in die Einfarbigkeit. Mit Reduktion arbeiten auch die beiden Solostücke für Akkordeon im ersten Teil des Konzertes. Beide sind maßgeschneidert für Teodoro Anzellotti. Vykintas Baltakas konzentriert sich ganz auf die klanglich-gestische Essenz des Balginstrumentes. Johannes Boris Borowski nennt sein Solo schlicht „Lied“, assoziiert damit „eine ruhige Schneelandschaft. Alles erscheint liedhaft, einfach. Unter der Schneedecke: Strophe für Strophe: Sehnsucht.“

Vykintas Baltakas
„Cladi“ (2020) für Akkordeon solo
Uraufführung

Johannes Boris Borowski
„Lied“ (2020) für Akkordeon solo

Martón Illés
„Réz-tér“ (2020) für acht Trompeten
Uraufführung

Teodoro Anzellotti, Akkordeon
Monochrome Project
Leitung: Marco Blaauw

Aufnahme vom 10. Dezember 2020 aus der Kunststation St. Peter, Köln

© WDR 3, Konzert, 20.12.2020 

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