„Mr. J.B. Blues“ – Zum 100. Geburtstag von Jimmy Blanton / Duke Ellington mit The Blanton-Webster Band

Ein unfassbar kurzes Leben, das gerade mal 23 Jahre umspannte, beendet in der Zeit, als er Duke Ellingtons Orchester angehörte. So wenig Zeit, um der Welt das Genie eines Mannes aus Chattanooga/Tennessee zu zeigen, der in Duke Ellingtons vielleicht bester Band-Konfiguration ungemein swingend, zupfend und streichend ausgerechnet dem Kontrabass eine Stimme im Jazz verlieh.

Jimmy Blanton wurde wie Charlie Christian und Franz Kafka ein Opfer der zu seiner Zeit noch tödlichen Krankheit Tuberkulose. Aber nur knapp drei Jahre vor dem Ende, als er dem Ellington-Orchester beigetreten war, gelang es ihm, als ihr vielleicht wichtigster Motor neben dem Bandleader und am Vorabend der Bebop-Revolution eine einzigartige Pionierleistung zu vollbringen. Von Blanton und Ellington stammen die ersten Duo-Platten mit Kontrabass und Klavier überhaupt. Doch vor allem die spielerische Eleganz, die mitreißende Wucht und das Charisma der Band: sie gibt ein eher zufällig entstandener Mitschnitt aus einem Ballsaal im frostigen North Dakota wieder, der die Stadt Fargo auf die Landkarte des Jazz brachte. Die zu den großen Schätzen der Swing-Ära zählende Aufnahme eröffnet unsere Hommage an den Bass-Pionier Jimmy Blanton aus Anlass des 100. Geburtstages.


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© WDR 3, Jazz & World, 6.10.2018

 

 

Eine Antwort von ...

  1. Ich bin ja gar nicht so sehr der Swinger, aber das Können Jimmy Blantons mag ich gerne bestätigen. Mir fällt da noch ein anderer großer Bassist ein, der viel zu früh gestorben ist, allerdings aus anderen Gründen: Paul Chambers…

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