Die sogenannte „Parchman Farm“ ist eines der ältesten Gefängnisse im Staate Mississippi – und auf makabre Weise legendär. Hier waren einige der berühmtesten Bluesmusiker inhaftiert. Hier entstanden Ende der 1930er-Jahre die berühmten, dokumentarischen Aufnahmen der Work Songs, jene Gesänge der schwarzen Gefangenen bei der Zwangsarbeit auf den Feldern.

Mit Harry Lachner

Zusammen mit den Gospel- und Blues-Songs beschreiben diese Aufnahmen von Alan Lomax jene Wurzeln, aus denen sich Jazz und andere Spielarten afro-amerikanischer Musik entwickelt haben. Der Trompeter Ambrose Akinmusires bezog sich bei seinem Auftritt beim Jazzfest Berlin auf dieses kulturelle Fundament, überführte einige dieser Songs in eine musikalische, der Sprache des Jazz verpflichteten Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Eine Art Selbstvergewisserung, die sich nicht mit dem Verweis auf die Historie begnügt, sondern zugleich die aktuelle, soziale und politische Problematik mitdenkt.

 

© SWR 2, Jazz Session, 22.5.2018

Playlist:

Mattie May Thomas:
Workhouse Blues/CD: American Primitive Vol. II: Pre-War Revenants
Mattie May Thomas

Ambrose Akinmusire:
MaeMae
Ambrose Akinmusire, Trompete
Dean Bowman, Vocals
Gerald Clayton, Piano
Marvin Sewell, Gitarre
Joe Sanders, Double Bass
Kendrick Scott, Schlagzeug

Mattie May Thomas:
Dangerous Blues/CD: American Primitive Vol. II: Pre-War Revenants
Mattie May Thomas

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