Milestones: „Ella Fitzgerald Sings The Cole Porter Songbook“

Zwei Langspielplatten mit fast zwei Stunden Laufzeit, darauf 32 Songs, alle vom selben Komponisten und Autor, superb interpretiert: 1956 erschien ein Album mit bahnbrechendem Konzept. „Ella Fitzgerald Sings The Cole Porter Songbook“ wurde zum Vorbild für viele ähnliche, einzelnen Komponisten und Songautoren gewidmete Anthologien.

Mit Johann Kneihs

Der Meilenstein verdankt sich vier in ihrer Art einzigartigen Persönlichkeiten: Zunächst natürlich Ella Fitzgerald. Die vermutlich vollkommenste Jazz-Sängerin des 20. Jahrhunderts etablierte sich mit dem Album, über ihre Jazz-Fangemeinde hinaus, als weithin respektierte Gesangskünstlerin. Sieben weitere Songbooks (oder acht, je nach Zählung) mit ihr folgten.

Norman Granz war der zeitweise einflussreichste Jazz-Veranstalter und -Vermittler, er hatte z.B. mit der Reihe „Jazz at the Philharmonic“ einem breiten Publikum Jazz nähergebracht. Ähnlich geschah es mit dem von ihm gegründeten Label Verve, das nach dem Cole-Porter-Songbook als erster Veröffentlichung zahlreiche bedeutende Jazzmusiker/innen populär(er) machte.

Dritter im Bunde war der erst 2017 verstorbene Dirigent und Arrangeur Buddy Bregman, der Porters Songs eine souverän-gediegene Form verlieh, vor allem als Bühne für Ellas Gesangskunst. Letztlich, aber nicht zuletzt ist Cole Porter zu nennen: Der Schöpfer – sowohl als Autor wie Komponist – vieler hundert Songs voller Witz und Esprit, von denen viele in den ungeschriebenen Kanon des Great American Songbook eingegangen sind.

© Ö1, Milestones, 27.8.2017

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