Milestones: Diana Krall: „The Look of Love“ (2001)

Jazzpuristen mögen die Nase rümpfen und sich fragen, ob es sich nicht eher um ein Popalbum handelt. Aber das 2001 erschienene, gnadenlos erfolgreiche Album „The Look of Love“ der kanadischen Sängerin und Pianistin Diana Krall ist ein musikalischer Meilenstein des neuen Millenniums, welches ohnehin kaum musikalische Innovationen gebracht hat.

Mit Klaus Wienerroither

Ein Tonträger, der es schafft, tausendfach interpretierte Songs aus dem „Great American Songbook“ perfekt zu inszenieren. Kralls rauchige und coole Stimme wird in seidige Streicherarrangements des deutschen Arrangeurs Claus Ogerman verpackt. Ihre sparsamen Klaviersoli sind auf den Punkt gebracht wie kaum jemals wieder auf einem Diana-Krall-Album. Und die warme Gitarre von Russell Malone steuert noch Bluesfeeling bei und bewahrt die Musik vor allzu großer Glätte.

© Ö1, Milestones, 6.10.2019

Playlist:

Komponist/Komponistin: George Gershwin/1898 – 1937
Bearbeiter/Bearbeiterin: Claus Ogerman /Arrangement/geb.1930
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Ira Gershwin/1896 – 1983
Album: THE LOOK OF LOVE
Titel: ’s Wonderful / aus dem Musical „Funny face“
Solist/Solistin: Diana Krall /Piano, Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Dory Caymmi /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Christian McBride /Bass
Ausführender/Ausführende: Jeff Hamilton /Drums
Ausführender/Ausführende: Paulinho da Costa /Percussion
Orchester: Los Angeles Session Orchestra
Leitung: Claus Ogerman
Länge: 04:29 min
Label: Verve/Universal Jazz 5498462

Komponist/Komponistin: Arthur Hamilton
Bearbeiter/Bearbeiterin: Claus Ogerman /Arrangement/geb.1930
Album: THE LOOK OF LOVE
Titel: Cry me a river
Solist/Solistin: Diana Krall /Piano, Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Russell Malone /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Christian McBride /Bass
Ausführender/Ausführende: Peter Erskine /Drums
Orchester: London Symphony Orchestra
Leitung: Claus Ogerman
Länge: 05:03 min
Label: Verve/Universal Jazz 5498462

Komponist/Komponistin: Consuelo Velazquez/1916 – 2005
Bearbeiter/Bearbeiterin: Claus Ogerman /Arrangement/geb.1930
Album: THE LOOK OF LOVE
Titel: Besame mucho
Solist/Solistin: Diana Krall /Piano, Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: John Pisano /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Christian McBride /Bass
Ausführender/Ausführende: Jeff Hamilton /Drums
Ausführender/Ausführende: Paulinho da Costa /Percussion
Orchester: Los Angeles Session Orchestra
Leitung: Claus Ogerman
Länge: 06:40 min
Label: Verve/Universal Jazz 5498462

Komponist/Komponistin: Matt Dennis
Komponist/Komponistin: Tom Adair
Bearbeiter/Bearbeiterin: Claus Ogerman /Arrangement/geb.1930
Album: THE LOOK OF LOVE
Titel: The night we called it a day
Solist/Solistin: Diana Krall /Piano, Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Russell Malone /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Christian McBride /Bass
Ausführender/Ausführende: Peter Erskine /Drums
Orchester: London Symphony Orchestra
Leitung: Claus Ogerman
Länge: 05:43 min
Label: Verve/Universal Jazz 5498462

Komponist/Komponistin: Arthur Schwartz/1900 – 1984
Bearbeiter/Bearbeiterin: Claus Ogerman /Arrangement/geb.1930
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Howard Dietz/1896 – 1983
Album: THE LOOK OF LOVE
Titel: Dancing in the dark / aus dem Musical „The Band Wagon“
Solist/Solistin: Diana Krall /Piano, Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Romero Lubambo /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Christian McBride /Bass
Ausführender/Ausführende: Peter Erskine /Drums
Ausführender/Ausführende: Luis Conte /Percussion
Orchester: London Symphony Orchestra
Leitung: Claus Ogerman
Länge: 05:48 min
Label: Verve/Universal Jazz 5498462

Komponist/Komponistin: Hoagy Carmichael/1899 – 1981
Bearbeiter/Bearbeiterin: Claus Ogerman /Arrangement/geb.1930
Album: THE LOOK OF LOVE
Titel: I get along without you very well
Solist/Solistin: Diana Krall /Piano, Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Russell Malone /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Christian McBride /Bass
Ausführender/Ausführende: Peter Erskine /Drums
Orchester: London Symphony Orchestra
Leitung: Claus Ogerman
Länge: 03:44 min
Label: Verve/Universal Jazz 5498462

Komponist/Komponistin: Burt Bacharach/geb.1928
Bearbeiter/Bearbeiterin: Claus Ogerman /Arrangement/geb.1930
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Hal David
Album: THE LOOK OF LOVE
Titel: The look of love / aus dem Film „Casino Royale“
Solist/Solistin: Diana Krall /Piano, Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Romero Lubambo /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Christian McBride /Bass
Ausführender/Ausführende: Peter Erskine /Drums
Ausführender/Ausführende: Luis Conte /Percussion
Orchester: London Symphony Orchestra
Leitung: Claus Ogerman
Länge: 04:42 min
Label: Verve/Universal Jazz 5498462

15 Replies to “Milestones: Diana Krall: „The Look of Love“ (2001)

    1. Wenn ich ehrlich bin … Ich habe sie nur der Vollständigkeit mit drin. Milestones als Reihe.
      Persönlich höre ich sie und ihn gar nicht an. Was sie in der Rubrik Jazz zu suchen hat ist mir vollkommen
      schleierhaft. Aber Blond und am Klavier sitzend, ein paar nette Lieder singend. Da setzt schon bei den einen
      oder anderen Herrn der Verstand aus. Sorry für die klaren Worte.

      1. hey, keine panik, sich über musik zu streiten ist definitiv okay.

        aber, lustigerweise sind wir uns hier wahrscheinlich eher einig. mir ging’s weniger um sie als um elvis.

        ich erinnere, wie ich in den 70ern einem befreundeten die-hard deadhead, plattenladenbesitzer, veramstalter toller konzerte (cippolina & cravenites zb), einer „autoritätsperson“, versuchte, ihn schmackhaft zu machen – ich hatte seine sachen auf dem stiff-label sampler zb. bemerkt und fand die „my aim is true“ bemerkenswert – und er (als der sich des ganzen marketingscheiss bewussten) hatte sofort ein label,“new wave“, was immer das sein mochte, und verwarf es in bausch und bogen.

        ich blieb treu und war spätestens mit „king of america“ sicher, mich nicht geirrt zu haben. aber da hatte er schon meine persönliche hitparade mit einigem bestückt. danach kamn dann die wunderbaren zusammenarbeiten wie painted from memory“ mit burt bacharch zb, aber eben keine mit seiner frau …

        diana krall? du sagst es. berührt mich halt weniger.

        aber darauf, daß elvis costello (imho und für mich) groß ist, muss ich dann doch bestehen 😉

        1. Klar. Über Musik streiten muss ja möglich sein. Costello zählt sicher zu den ganz großen. Genau wie Bob Dylan usw.
          Aber ich kann mit ihnen allen nichts anfangen.

          1. > Aber ich kann mit ihnen allen nichts anfangen.

            deshalb mein „(imho und für mich)“. da hat jeder seine eigenen ansprüche und geschmack. im grunde spielt auch die zeit ne rolle, in der man musikalisch sozialisiert wurde oder die, die man nicht verschwenden will, ne rolle.

            und natürlich die leute, die einem was „ans ohr legen“. auf meinem weg spielte jazz halt lange zeit keine rolle (sieht man von dem dixieland -kram ab, der in einer verräucherten kneipe der frühen 70er in bonn, „die pinte“, lief)

            mit jazzrock (ich habe ende der 70er viel bei entsprechenden konzerten gearbeitet, die unikult saarbrücken veranstaltete, gearbeitet und bis auf die deutschen sachen a la embryo, kraan, alto pappert zb, konnte ich nix damit anfangen. na gut, miles davis „bitches brew“ oder die frühen „oregon“, die liefen auch bei uns, aber wir waren eher die frühen reggae, punk & new wave-jungs. in trier wiederum wurde die ganze szene von jazzrock bestimmt – die hielten nina hagen für punk.

            im frühen internet hat mir dann ein feund mal ein 20 tapes umfassendes paket mit jazz zusammengestellt und weil ich mein spektrum möglichst breit und offen halte, kam dann eine spur jazz hinzu. aber mein „kanon“ ist dann doch eher rock 😉

          2. Hardy. Natürlich ist die Phase der Musikalischen Sozialisierung sehr prägend und bestimmend.
            Ab Mitte der 70ziger war ich mit dabei … Ich höre da auch immer gerne rein. So phasenweise.
            Punk, Elektronik und Drum’n and Bass … Aber eigentlich ist es der Jazz der mir zusagt.
            Aber vor allem Experimente, neue Musik und alles was nirgends hineinpasst.
            Ich langweile mich da sehr schnell.

  1. Hat hier jemand streiten gesagt? 😉

    Ich hab noch nie (bewusst) etwas von Diana Krall gehört, und habe es ehrlich gesagt auch nicht vor – ich bin voreingenommen, und das auch noch gerne. Aber Costello habe ich schon gehört. Ich habe mir vor Ewigkeiten auch mal 2 CD’s von ihm gekauft, aber Fan bin ich nicht, dazu ist mir die Musik nicht spannend genug. Ian Dury und seine Blockheads fand ich musikalisch spannender, und Dury auch wesentlich kurzweiliger als Costello. Aber das ist natürlich mein Geschmack.

    Burt Bacharach finde ich auch toll, ich könnte bei seiner Musik hinschmelzen – aber es ist vor allem die Kombi tolle Melodie und vertrackte Rhythmik die mich in seinen Bann zieht, und es geht nichts über Dionne Warwick, jedenfalls nicht viel!

    Bob Dylan ist mit ein rotes Tuch – ich finde ihn einen echten Kotzbrocken, und seine Musik interessiert mich nicht die Bohne. Ich bin aber auch nicht in den 60ern aufgewachsen, sondern in den 80ern. Bevor ich Dylan höre, höre ich lieber tausend Mal die schwarzen Blues-Meister und -Meisterinnen, oder Country-Legenden wie die Carter Family oder Hank Williams.

    Warum kannst du mit allen nichts anfangen? Mit ALLEN?!? Das sind viele…

    1. Hi Lucky. So weit gefasst hatte ich das nicht gemeint.
      Ich mag Authentizität. Das ist für mich ganz wichtig.
      Blues, Volkslieder, Weltmusik, auch Jazzgesang wie Ella, Billie, Sarah.
      Auch der frühe Frank Sinatra ist wunderbar.
      Ich tue mich doch sehr schwer was Gesang angeht.
      Und bei dem was du geschrieben hast, steh ich auf deiner Seite.

      1. was wäre meine welt ohne david bowie oder van morrison? singen ist komplett okay, wenn man stücke-orientiert ist, aber ich verstehe auch deine „fatigue“ und deine sehnsucht danach, daß die musik im kopf etwas ist, dem man mit vergnügen folgt, weil man das „gespräch“ versteht, die „jam“. bei mir weniger die technische brillianz, das finde ich eigentlich eher öde oder gar ein bißchen blasiert.

        was das experimentelle angeht, da hat bei mir halt king crimson schon früh die tür aufgestoßen und danach traten henry cow etc. ein. für mich ist das experimentelle etwas, von dem ich sage „es wäscht mein gehirn“, resettet es und öffnet den geist. aber ich würde mich nicht drauf reduzieren wollen, es ist „nur“ eine spielart. so wie für mich auch der jazz immer „nur“ eine spielart ist – die allerdings mein bedürfnis danach, nicht von ewig dem selben schon tausen mal gehörtem „gespräch“ befriedigt.

        aber ich bin eben nicht „rigoros“. ich kann auch schon mal „tokio hotel“ verteidigen, die zu zeiten junge französinnen und israelinnen massenhaft in deutschkurse lockten – auch wenn ich die musik total langweilig finde.

        rock musik und/oder sind so etwas wie die lingua franca unserer zeit. sie hilft uns, mit anderen kulturen zu kommunizieren und zu interagieren. da darf’s auch schon mal was komplett banales sein, wenn es denn funktioniert und den job macht. rigorosität erzeugt nur das aufrecht erhalten der eigenen blase und eine abgrenzung gegen ander, de vermeintlich nicht so viel von der sache verstehen. mir ist das teilende und verbindende irgendwie wichtiger.

        1. Hi Hardy

          „Mir ist das Teilende und Verbindende irgendwie wichtiger.“
          Das unterschriebe ich sofort.
          King Crimson haben auch für mich die Tore weit aufgeschlagen und ist vielleicht die wichtigste Band überhaupt.
          Die haben vieles in Gang gesetzt was noch heute Nachhalt. Aber so weit möchte ich gar nicht ausholen.

          Was den Gesang betrifft …
          Das alles hat seine Berechtigung und dabei ist es vollkommen unerheblich, ob es uns gefällt oder nicht.
          Aber, ich kann entscheiden ob ich es hören will oder nicht. Das ist aber auch alles.
          Und mal „rigoros“ zu sein, ist doch auch mal ganz …..

    2. > costello

      hey, das ist wie alles geschmacksache. ich beobachte ihn halt konsequent seit den späten 70ern und er hat mich nicht enttäuscht, weil er eben sehr vielfältige dinge macht, seien es nun seine kooperationen mit dem brodsky quartet, bill frisell, alain toussaint, dem Marian McPartland’s Piano Jazz oder zuletzt mit den roots. neben co-ops mit Marian McPartland, dem Metropole Orkes oder Anne Sophie Von Otter

      er bleibt halt nicht stehen, probiert sich aus, geht über die grenzen. und ist neben der tatsache, daß er stücke schreibt, die nach jahrzehnten immer noch als evergreen in meinem kopf klingen, ein fantastischer sänger.

      jedenfalls kein punk, wie mein älterer deadhead freund damals glaubte zu wissen, eher einer, der die alte bande von dem ersten elvis in einem studio zusammenbrachte und die rückkehr des besens als schlaginstrument zelebrierte, eben bei king of america.

      ich funktioniere da irgendwie „systematisch“, wenn ich was mag, folge ich ihm so lange, bis es langweilt – und elvis costello hat mich – ähnlich wie van morrison zb. – nie enttäuscht oder genervt. (ich hoffe, ich habe alle tags richtig gesetzt)

      ian dury ist natürlich auch klasse, ich mag vor allem sein album mit sly & robbie, aaaaber: er hat’s halt leider nicht sooo lange gemacht. so lange wie zb. kevin coyne, der mir assoziativ einfällt, wenn du ian dury sagst. 😉

      > dylan

      naja. würde ich mich jetzt nicht streiten drum. ich mag sein „oh mercy“, auch, weil david lindley da mit spielt und es zwei phantastische stücke („what good am i“ und „the man in a long black coat“) enthält, ggfl. noch sein „slow train coming“ mit mark knopfler oder „desire“. aber ich bin kein dylologe, was ja ne wissenschaft für sich sein soll.

      > Country-Legende

      ich habe ja gerade andernorts seinen beatclub gepostet, da bin ich ein eingeschworener fan, vor allem seines concerts@san quentin oder der „american“ reihe.

      so wie ich bluegrass liebe (bluegrass underground – schöne collection auf archive.org – aber auch die punch brothers als eher verspielte variante, ich empfehle „the phosporescent blues“

      oki, langer text …

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