Milestones: Cassandra Wilsons „Blue Light ‚Til Dawn“ (1993)

Das Blue-Note-Debüt von Cassandra Wilson, veröffentlicht 1993, bedeutete den internationalen Durchbruch der damals 38-jährigen Sängerin. Während die aus Jackson, Mississippi stammende und seit 1982 in New York City lebende Wilson zuvor im mit hochkomplexen Funk-Metren experimentierenden M-Base-Kollektiv um Saxofonist Steve Coleman aktiv war, setzte sie nun – auch unter dem Einfluss von Produzent Craig Street – auf ein neues Konzept.

Mit Andreas Felber

Der auf die Essenz reduzierte, mittels Saiteninstrumenten und Perkussion choreographierte, blues- und folklastige Roots-Sound bedeutete auf „Blue Light ‚Til Dawn“ jenen grandiosen Rahmen, in dem Wilsons dunkler, charismatischer Alt bestens zur Geltung kommen konnte. Nicht zufällig standen alte Blues-Klassiker von Robert Johnson auf dem Programm, ebenso Neudeutungen von Soul- und Pop-Songs von Ann Peebles bis Joni Mitchell.

Mit „Blue Light ‚Til Dawn“ positionierte sich Cassandra Wilson nicht nur als eine der bedeutendsten Jazzsängerinnen der Gegenwart, sie schuf auch eine tief in der Americana-Tradition verankerte, akustische Konzept-Blaupause, ohne die u. a. der Erfolg von Norah Jones rund zehn Jahre später kaum denkbar gewesen wäre.


Komponist/Komponistin: Gene de Paul/1919 – 1988
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Don Raye/1909 – 1985
Bearbeiter/Bearbeiterin: Brandon Ross
Album: BLUE LIGHT ‚TIL DAWN
Titel: You don’t know what love is
Solist/Solistin: Cassandra Wilson /Gesang
Solist/Solistin: Charlie Burnham /Violine
Ausführende: Brandon Ross /Gitarre
Länge: 06:03 min
Label: Blue Note 7813572

Komponist/Komponistin: Robert Johnson/1911 – 1938
Bearbeiter/Bearbeiterin: Brandon Ross
Album: BLUE LIGHT ‚TIL DAWN
Titel: Come on in my kitchen
Solist/Solistin: Cassandra Wilson /Gesang
Ausführende: Tony Cedras /Akkordeon
Ausführende: Brandon Ross /Gitarre
Ausführende: Kenny Davis /Bass
Ausführende: Lance Carter /Schlagzeug
Länge: 04:53 min
Label: Blue Note 7813572

Komponist/Komponistin: Thom Bell
Komponist/Komponistin: Linda Creed
Bearbeiter/Bearbeiterin: Brandon Ross
Album: BLUE LIGHT ‚TIL DAWN
Titel: Children of the night
Solist/Solistin: Cassandra Wilson /Gesang m.Begl.
Ausführende: Vinx /Perkussion, Stimme
Ausführende: Brandon Ross /Gitarre
Ausführende: Kevin Johnson /Perkussion
Ausführende: Lance Carter /Perkussion
Länge: 05:16 min
Label: Blue Note 7813572

Komponist/Komponistin: Cassandra Wilson
Album: BLUE LIGHT ‚TIL DAWN
Titel: Sankofa
Solist/Solistin: Cassandra Wilson /Gesang
Länge: 02:02 min
Label: Blue Note 7813572

Komponist/Komponistin: Robert Johnson/1911 – 1938
Bearbeiter/Bearbeiterin: Brandon Ross
Album: BLUE LIGHT ‚TIL DAWN
Titel: Hellhound on my trail
Solist/Solistin: Cassandra Wilson /Gesang m.Begl.
Ausführende: Brandon Ross /Gitarre
Ausführende: Olu Dara /Kornett
Länge: 04:34 min
Label: Blue Note 7813572

Komponist/Komponistin: Joni Mitchell
Bearbeiter/Bearbeiterin: Cyro Baptista
Album: BLUE LIGHT ‚TIL DAWN
Titel: Black crow
Solist/Solistin: Cassandra Wilson /Gesang m.Begl.
Solist/Solistin: Don Byron /Klarinette
Ausführende: Vix /Perkussion
Ausführende: Bill McClellan / Perkussion
Ausführende: Kevin Johnson /Perkussion
Ausführende: Jeff Haynes /Perkussion
Ausführende: Lance Carter /Perkussion
Ausführende: Cyra Baptista /Perkussion
Länge: 04:38 min
Label: Blue Note 7813572

Komponist/Komponistin: Cassandra Wilson
Bearbeiter/Bearbeiterin: Charlie Burnham
Album: BLUE LIGHT ‚TIL DAWN
Titel: Blue light ‚til dawn
Solist/Solistin: Cassandra Wilson /Gesang m.Begl.
Ausführende: Gib Wharton /Pedal Steel Guitar
Ausführende: Kenny Davis /Bass
Ausführende: Charle Burnham /Violine
Ausführende: Bill McCLellan /Schlagzeug
Ausführende: Jeff Haynes /Perkussion
Ausführende: Cyro Baptista /Perkussion
Länge: 02:38 min
Label: Blue Note 7813572

4 Replies to “Milestones: Cassandra Wilsons „Blue Light ‚Til Dawn“ (1993)

  1. Man schaue auf die Liste der Mitmusiker… eine Supersession wäre untertrieben. Und Wilson hat einfach ein Händchen, die Musik aus einem Guss zu machen und zu erden, ganz abgesehen von ihrer fantastischen Stimme.

    Ich habe in meinem CD-Schrank nur eine CD von ihr, das Folgealbum „New Moon Daughter“. Angefixt wurde ich von den Trikont-Leuten, als sie auf der zweiten „Dead & Gone“-Kompilation Wilsons Version des Son House-Titels „Death Letter“ veröffentlichten, mit folgendem Text:

    „Todesblues-Klassiker von Son House, dessen depressiv affirmative „Todessehnsucht“ schon Stimmungen des aggressiven Nihilismus im gegenwärtigen Hiphop antizipiert. Nur daß hier der „erlösende“ Tod noch als „gnädiger“ empfunden wird: „Hush“. I thought I heard him call my name. It wasn’t so loud, it was so nice and plain.““ Da fühle ich mich doch gleich an den Tod der Spex erinnert…

  2. Schön beschrieben ! Cassandra Wilson ist so eine Sache. Ich persönlich mag sie gar nicht besonders. Diese CD hier und noch ein andere gehen ( der Titel ist gerade nicht im Kopf). Hatte ich auf einen Stick um Boxen zu testen.Wunderbar aufgenommen ! Sehr plastische Stimme. Ein Traum.
    Und was so alles zu Musik geschrieben wird….

    1. …über Geschmack soll man halt nicht streiten! Für mich von Beginn ihrer Karriere an eine der besten „Gänsehaut-Stimmen“ überhaupt. Wobei ich „Blue Light Til Dawn“ gar nicht mal für eines der besten Alben halte, sondern eher für eines der kommerzielleren. Aber das ist schon wieder Meckern auf hohem Niveau…

      1. Ich finde es wunderbar, über Geschmack zu streiten – da lerne ich endlich mal die wahren Gegenargumente kennen, kann meine eigenen abklopfen und mich neu justieren. Wobei ich das, was portfuzzle und ich oben geplauscht haben nicht im mindesten mit Streiten bezeichnen würde.

        Für mich ist kommerziell kein Qualitätsmerkmal, lediglich ein ökonomischer Sachstand. Ich liebe kommerzielle Musik und unkommerzielle – es kommt mir aber immer darauf an, ob sie meine Saiten zum Schwingen bringt… oder eben nicht. Das ist Subjektivität auf meinem Niveau…

        Einen schönen Reformationstag wünsch ich allen Halloweenverweigerern!
        Und ein schönes Halloween allen Kindern 🙂

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