Das besondere Konzert: „Metamorphosen und Makrokosmen“ Klaviermusik von George Crumb

Der US-amerikanische Komponist George Crumb (*1929) spricht eine im mehrfachen Wortsinn fantastische Klangsprache. Seine in den 1970er Jahren geschaffene vierteilige Werkreihe „Makrokosmos“ lässt das Klavier, das elektrisch verstärkt ist, in einer Art und Weise über vielfältige Assoziationen des astronomisch-astrologischen Tierkreis singen – und führt Béla Bartóks berühmtes Klavierlehrwerk „Mikrokosmos“ (1926-39) metaphorisch wie pianistisch in intergalaktische Dimensionen.

Mit Stefan Fricke

„Metamorphoses, Book I“ für verstärktes Klavier, Toy Piano, Zusatzinstrumente und Stimme (2017)
Margaret Leng Tan, Klavier
(Aufnahme der Deutschen Erstaufführung am 21. Oktober 2017 bei den Donaueschinger Musiktagen)

„Makrokosmos, Volume I“ – 12 Fantasiestücke über den Tierkreis für elektronisch verstärktes Klavier (1972)
Ya-ou Xie, Klavier
(Aufnahme vom 14. März 2009 beim Festival MaerzMusik im Radialsystem, Berlin)

„Makrokosmos, Volume II“ – 12 Fantasiestücke über den Tierkreis für elektronisch verstärktes Klavier (1973)
Ya-ou Xie, Klavier
(Aufnahme vom 14. März 2009 beim Festival MaerzMusik im Radialsystem, Berlin)

Down to Earth siedelt Crumb Jahrzehnte später seinen jüngsten Klavierzyklus an: Inspiriert von berühmten Gemälden großer Künstler der Moderne, etwa Paul Klee, Jaspar Johns, Salvador Dalí oder Marc Chagall, wirft der betagte Komponist einen ganz neuen Blick auf die Geschichte der Musik und eben der Kunst. Crumbs „Metamorphosen“, deren erstes Buch die in New York lebende Pianistin Margaret Leng Tan eindrucksvoll bei den Donaueschinger Musiktage 2017 präsentierte, sind musikhistorisch gesehen zweifellos die neuen „Bilder einer Ausstellung“, die Modest Mussorgsky einst fabelhaft fürs Klavier erfand und Maurice Ravel kongenial orchestrierte.

© HR 2, Konzertsaal, 10.5.2018

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