Im Werk von Thomas Brasch fand Masha Qrella neue Inspiration und begab sich mit ihm auf ihre ostdeutschen Spuren. Nun erscheint ihr Album „Woanders“. Von Stephanie Grimm.

Vom Frühstückstisch direkt auf die Tanzfläche: Die treibenden Beats von Masha Qrellas Song „Geister“, die aus dem Radio in der Küche schallen, teleportieren die Hö­re­rin sofort in ein pulsierendes Techno-Ambiente. Doch kaum ist man da angekommen, bremst ein schroffer Disclaimer alles aus.

„Wie soll ich dir das beschreiben?“, singt die sich vorsichtig vorantastende und doch entschiedene Stimme. „Ich kann nicht tanzen / Ich warte nur / In einem Saal aus Stille / Hier treiben Geister ihren Tanz gegen die Uhr!“ Ein kühler, zu Klang gewordener Wind umweht die Worte, die wie ein Gegenpol zur Musik wirken. Nicht nur Menschen, die im Club tendenziell eher beobachtend herumstehen, statt auf der Tanzfläche nach Entgrenzung zu suchen, können sich in diesen Zeilen wiederfinden.



© TAZ, Kultur, Musik, 19.2.2021

Masha Qrella: „Woanders“ (Staatsakt/Bertus/Zebralution)

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