„Make Your Joyce“ Die Spuren von James Joyce in der Popkultur Mit Harry Lachner

Mit dem Wort „riverrun“ beginnt der alles sprengende Roman „Finnegans Wake“, das Großwerk des irischen Schriftstellers James Joyce. Zugleich ist es der Titel eines Werks des japanischen Komponisten Toru Takemitsu, der sich in seinem Schaffen wiederholt auf die Texte von Joyce bezieht.

Doch jenseits der Textvertonungen, Anspielungen und Zitate im Bereich zeitgenössischer Avantgarde findet eine Auseinandersetzung mit der Literatur von Joyce – vor allem seiner Gedichte – auch in der Popmusik sowie im Jazz und statt. Nicht zuletzt, da das Prinzip der freien Improvisation dem Joyce’schen „stream of consciousness“ ähnelt: einem assoziativen Bewusstseinsstrom. Joyce‘ Werke selbst, vor allem die Romane „Ulysses“ und „Finnegans Wake“, sind durchsetzt von Anspielungen auf die Musik, auf traditionelle irische Songs und auf klassische Opernliteratur. Noch 1904 schien er die Wahl zu haben: Schriftsteller oder klassischer Tenor? Bei einem Gesangswettbewerb verpasste er knapp die Goldmedaille. Damit war die Entscheidung getroffen. Der Literatur jedenfalls hätte nichts Besseres passieren können. Der Musik vielleicht auch nicht.

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© SWR 2, Musikpassagen, 7.10.2018

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