„Maciej Obara Quartet“ 12.04.2019 Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio

Im Januar 2017 in der Provence das ECM-Album „Unloved“ aufzunehmen, war die Erfüllung eines großen Traums: „Erst wenn du den Sound im Studio hörst, wie die Musik in der Luft vibriert, erst dann weißt du, dass das der Anfang der Entstehung einer Platte ist.“

Wenn Maciej Obara sich in seine Abenteuer stürzt – Komeda-Themen zitierend, zerklüftete Linien malend, abwechselnd durchs Horn flüsternd, singend und ekstatisch schreiend – fühlen sich manche an polnischen Jazz in seiner rebellischen Phase erinnert, als diese Musik zur Befreiung vom Kommunismus beitrug. Damals war Maciejs Vater professioneller Klarinettist und schenkte dem Sohn ein Altsaxofon. „Sofort habe ich mich darin verliebt, die Töne hallten in mir wider.“

Als er mit 13 Jahren Charlie Parker hörte, stand sein Entschluss fest. Studium in Breslau und Kattowitz, vor allem aber die Suche nach der eigenen Sprache, am Konservatorium das erste Trio. Im Quartett mit dem fabelhaften Pianisten Dominik Wania, begleitet von der fulminanten skandinavischen Rhythmusgruppe aus Ole Morten Vågan und Gard Nilssen, mischen sie slawische Melancholie mit dramatischen Untertönen und vermählen das Persönliche mit dem so noch nicht Gesagten.

Maciej Obara Quartet:
Maciej Obara Altsaxofon
Dominik Wania Piano
Ole Morten Vågan Bass
Gard Nilssen Schlagzeug, Perkussion

© NDRInfo, 18.5.2019

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